Die Geisterstadt der Zombies

    • Die Geisterstadt der Zombies




      Titel : Die Geisterstadt der Zombies
      Originaltitel : L'aldila - E tu vivrai nel terrore
      Alternativer Titel: The Beyond
      Land / Jahr : Italien / 1981
      Altersfreigabe : Ungeprüft
      Regie : Lucio Fulci
      Produktion: Fabrizio De Angelis
      Drehbuch: Dardano Sacchetti, Giorgio Mariuzzo, Lucio Fulci
      Kamera: Sergio Salvati
      Schnitt: Vincenzo Tomassi
      Spezialeffekte: Germano Natali
      Budget: ca. 400.000 $
      Musik: Fabio Frizzi
      Länge: ca. 84 Minuten
      Darsteller : Catriona MacColl, David Warbeck, Cinzia Monreale, Antoine Saint-John, Veronica Lazar, Anthony Flees, Giovanni De Nava, Al Cliver, Michele Mirabella, Gianpaolo Saccarola, Maria Pia Marsala, Laura De Marchi, Roberto Dell'Acqua, Lucio Fulci , Gilberto Galimberti


      Inhalt:

      Zu beginn der Jahrhundertwende wird ein junger Mann von einer wilden Meute grausam gefoltert. Viele Jahre später will eine junge Frau am damaligen Ort des Geschehens ein Hotel eröffnen. Doch, als ob ein Fluch auf dem alten Gemäuer liegen würde, kommt es wieder zu grausamen un unerklärlichen Zwischenfällen. Bald lichtet sich das dunkle Geheimnis: Das Haus wurde von einem okkulten Architekten vor vielen Jahren auf den sieben Toren der Hölle erbat. Doch niemand kann die grausame Mordserie und den furchtbaren Alptraum aufhalten...


      Trailer:



      Österreich: Mediabook (DVD+Blu-Ray): 26.09.2014



      Meinung:


      Lucio Fulci hat ja nun wirklich nicht nur gute Filme gemacht, das steht wohl ganz einwandfrei fest. Aber dieser Film hier ist auf jeden Fall zu seinen besten zu zählen. Von den ganzen Italo - Zombiefilmen ist "Geisterstadt der Zombies" sicher einer von denen, der aus der Masse hervorsticht. Fulci ist es hier gelungen, einen atmosphärisch so extrem dichten Film zu schaffen, das man selbst heute, nach über 25 Jahren noch immer von diesem Werk beeindruckt ist. Nicht viele Zombiefilme üben eine so starke Faszination auf den Zuschauer aus, der man sich wirklich kaum entziehen kann.

      Die Story ist äusserst interessant und sie wurde wirklich sehr spannend umgesetzt. Der Spannungsbogen ist extrem hoch angesiedelt und kann sich den gesamten Film über hochhalten, so das es keinerlei Spannungseinbrüche zu verzeichnen gibt. Und das kann man nun wirklich von nicht gerade vielen Fulci - Filmen behaupten. Die darsteller sind sehr solide, stechen aber nicht gerade besonders hervor,was aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Denn man ist hier so von der Atmo gebannt und fasziniert, das man da eigentlich weniger drauf achtet.

      Die Splatter / Gore Szenen sind meiner Meinung nach sehr gut geworden, der Film hat einige wirklich sehr harte und auch eklige Passagen, so das hier Splatter / Gore Freunde voll auf ihre Kosten kommen werden. Das gesamte Paket, das Fulci hier abgeliefert hat, ist absolut überzeugend und gehört schon längst zu den absoluten Klassikern des Genres. Auch wenn der Meister in seiner Regiekarriere viel Mittelmaß abgeliefert hat, so hat er sich mit diesem Film doch ein kleines Denkmal gesetzt.





      [film]10[/film]
      Big Brother is watching you
    • Die 7 Pforten der Hölle, The Beyond.
      Besonders die dichte 80er Jahre Atmosphäre zeichnet diesen Film aus, welche zunehmend düsterer werden darf. Ein altes Hotel in der Einöde, dient überwiegend als Schauplatz, es wird vor Staub nur so wuchern und hätte auch nicht düsterer ausfallen können. Gänsehautstimmung wird aufkommen wenn es dann noch ins nebelige Kellergewölbe geht, wo man sich auch zu genüge gruseln wird.
      Richtig gepackt hat mich der Film erst gegen Ende, was aber nicht heißen soll, das er mir zuvor nicht richtig gefiel. Das Ende ist einfach grandios böse und ich liebe diesen Film vor allem auch deswegen. Einen typischen Zombiefilm sollte man trotz Titelwahl nicht erwarten, es wird Untote geben, aber oft sind es auch übersinnlichen Erscheinungen, die es zu erwarten gilt. Die Mischung aus Zombiesplatter und Geisterfilm passt jedenfalls. Mit der Kamera wird ordentlich auf den Gore drauf gezoomt, da gibt es natürlich Augenentfernung, leckere Bissszenen oder Säure die im Gesicht ihre Wirkung hinterlassen wird, sowie Vogelspinnen die ein weiteres "Face" zerfleddern dürfen. Die B-Movie Darsteller wie Al Cliver (Woodoo, The Black Cat), Catriona MacColl (Ein Zombie hing am Glockenseil, Das Haus an der Friedhofmauer), David Warbeck (The Black Cat) sind dem Fulci Fan aus anderen seiner Werke bekannt, auch mit Cinzia Monreale (Sado) und Veronica Lazar (Horror Infernal) sind dem Italo Freak einige Gesichter nicht neu. Die deutsche Synchronisierung passt auch, welche bei vielen anderen Fulcifilmen leider auf das Gemüt schlagen kann, sind hier nicht nervig ausgefallen.
      Der Sound ist sehr stimmig und darf auch als Ohrwurm betitelt werden. …..Emmmilyyyyyy. :)


      [film]9[/film]
    • Ja, auch wieder so nen kindheitstrauma von mir! Ich schwelge in errinerungen. Sehr hart und angenehm anzuschauen. Interessantes vielleicht über David Warbeck. Aus der Schauspielschule soll er wegen seiner Sexsucht geflogen sein. In italienischen produktionen ist er haüfig unter Fulci und Margerithi zu sehen, etwas über 30 mal spielte er in solchen produktionen mit, für die er nach eigenen angaben nie mehr als 4000 Pfund erhielt. Hatte er auch nicht weiter nötig da er als Model für aufträge etwa jeweils 300000 Pfund einstreichen konnte! Er war sogar als Nachfolger von Roger Moore als James Bond im Gespräch. Mir ist er am meisten in Asphaltkannibelen und Jäger der Apocalypse in erinnerung. Er starb 1997 mit nur 55 jahren. Ein König des italienischen Films! 8,5/10
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...

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    • ICH LIEBE DIESEN FILM!

      Das Review ist alt (2007), also überseht meine Oberflächlichkeit und miese Grammatik:

      Lucio Fulci ist mit ÜBER DEM JENSEITS sein wohl bester und mitreissendster Film gelungen, der durch seine Vielschichtigkeit absolut verwirrt, ohnehin sind es diese Fulci - typischen Logikdefizite, die diesen Film auszeichnen, wenn auch hinter dem Ganzen eher etwas Mysteriöses aufgebaut werden sollte. Dadurch könnte man eher vermuten Fulcis BEYOND sei sein durchdachtester Film, bei weitem weiss man eher nicht was hier passiert, was Wirklichkeit ist und was nicht. So scheint es nach der Zeit in dem Film, es hätte sich sowas wie eine Parallelwelt aufgebaut, wirklich zu erklären sind diese Vorfälle und Geschehnisse in diesem Film eher weniger. So baut Fulci bewusste Mittel ein um den Zuschauer zu verwirren. Ob das beabsichtigt war oder ist, darüber lässt sich streiten, ob es seine typischen Logikfehler sind, die Fulci in all seinen Streifen eibaut, sei genauso dahingestellt. Eines ist aber klar. Allein dadurch gelang es ihm einen Film zu konstruieren, der mitreissend ist, manchmal beklemmend wirkt und zum Nachdenken anregt. Nicht das die Handlung tiefgründig ist, nein, aber Fulci vermischt hier gekonnt Übernatürliches, Mystik, Wahn und seine typischen Horrorelemente. Abermals beschert uns Fulci hier seine typischen Augenzooms, dieser Bastard aus Mysterie, Geisterhaushorror und Zombiefilm weiss in jeden Belangen zu gefallen. Letztendlich ist es das Unerklärliche was diesen Film auszeichnet und wodurch eine schier unfassbare und morbide Atmosphäre aufgebaut wird. Wenn auch vieler seiner Effekte, hier letztendlich deplatziert und genauso unlogisch eingebaut wurden, wie der Rest des Films anmuten, so sind es diese die diesen Film zu einem weiteren Erlebnis machen. Fulci streubt sich, wie auch in anderen seiner Filme nicht, recht harsche und extrem anmutende Goreeffekte einzubauen, nicht destotrotz sind es diese, die den Film zu einem 131er machten, so sind diese, manchmal arg selbstzweckhafte platziert. Gorehounds werden sich daran erfreuen. Die Darsteller sind teilweise solide bis gut. Peinlich agiert hier niemand. Die atemberaubende Musik teilt sich die eh schon ohnehin bedrückende Grundstimmung mit der kompletten Inszenierung. Fulci vermochte es abermals bedrückende und faszinierende Kamerafahrten, wie Winkel und Bilder einzubauen, die einen mitfiebern lassen. Natürlich könnte man dem Film sehr viel vorwerfen, für mich ist dieser Film weitaus interessanter, als was ihn manche bezeichnen. Denn den Film zeichnet viel mehr aus, als diese besagten Goreeffekte. Wenn es ein Film schafft, bei mir Gänsehaut hervorzurufen, aufgrund seiner Darstellung und Eindringlichkeit, dann liegt das vielmehr an dem Vermögen, das Fulci hat seinen Zuschauer zu fesseln, anstatt seinem selbstgerechten Splatter.

      Fazit:
      Deutlich unterschätzer, wenn auch wirrer Horrorfilm von Altmeister Fulci, der mit diesem Film was grossartiges Geschaffen hat. Ich danke ihm für dieses Meisterwerk. Neben Suspiria, Phenomena und Buio Omega einer der grossartigsten und kunstvollsten Horrorfilme seinerzeit, die mit überaus grandioser Atmosphäre, Mystik und Spannung zu meinen Lieblingen zählen.

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