Die Mumie (1932)

    • Die Mumie (1932)



      Originaltitel: The Mummy
      Land / Jahr: USA / 1932
      Altersfreigabe: FSK 12
      Regie: Karl Freund
      Produktion: Carl Laemmle Jr.
      Drehbuch: Nina Wilcox Putnam, Richard Schayer, John L. Balderston
      Kamera: Charles J. Stumar
      Schnitt: Milton Carruth
      Spezialeffekte: John P. Fulton
      Budget: ca. 196.000 $
      Musik: James Dietrich
      Länge: ca. 70 Minuten
      Darsteller : Boris Karloff, Zita Johann, David Manners, Arthur Byron, Edward Van Sloan, Bramwell Fletcher, Noble Johnson, Kathryn Byron, Leonard Mudie, James Crane, Henry Victor, Arnold Gray, Leyland Hodgson, Eddie Kane, Tony Marlow


      Inhalt:

      Boris Karloffs Rolle in der 1932 gedrehten Version von "Die Mumie" ist zu einem Meilenstein in den Annalen der Filmgeschichte geworden. Karloff spielt Im-Ho-Tep, die Mumie, die nach 3.700 Jahren durch eine Gruppe britischer Archäologen versehentlich wieder zum Leben erweckt wird. Eine Rückblende zeigt, dass er einst ein Hohepriester war, der lebendig einbalsamiert wurde. Er hatte versucht, seine große Liebe wieder zum Leben zu erwecken, nachdem sie als Jungfrau geopfert worden war. Gekleidet in das Gewand eines Ägypters der modernen Zeit macht er sich auf die Suche nach seiner verlorenen Liebe, die er irrtümlich in Hellen Grosvenor (Zita Johann) gefunden zu haben glaubt. Er terrorisiert die Mitglieder der Expedition, die einen Weg finden müssen, ihn auf seinem brutalen Weg aufzuhalten. Heute, über ein halbes Jahrhundert nach seiner Entstehung, ist dieser alptraumartige Film ein Meisterstück des Horrors. Die New York Times schrieb: "Er spottet jeder Beschreibung... einer der ungewöhnlichsten Tonfilme, die je gemacht wurden."





      Meinung:


      Neben seiner unverkennbaren Rolle als Monster von Frankenstein ist dies wohl die absolute Paraderolle von Boris Karloff gewesen. Allein sein diabolischer Gesichtsausdruck war in der damaligen Zeit absolut furchteinflößend, aber auch heute noch verursacht er immer noch eine leichte Gänsehaut.

      Diesen absoluten Klassiker des Genres gibt es allerdings nur in der englischen Originalversion mit deutschen Untertiteln, aber das stört eigentlich weniger, denn der Film zieht den Zuschauer auch so absolut in seinen Bann. Natürlich gibt es hier keine harten Szenen zu sehen, aber der Film ist atmosphärisch so extrem dicht, das er einen immer wieder zu fesseln und faszinieren weiß.

      Karloff drückt dem Film seinen Stempel auf, seine starke Präsenz ist kaum in Worte zu fassen, das muß man einfach gesehen haben. In seiner Zeit war dieser man wohl vollkommen zu recht einer der größten Stars des Horrorfilms und selbst heute noch kennen sehr viele Menschen seinen Namen.

      Jeder echte Horrorfan, egal ob jung oder alt sollte sich dieses Meisterwerk auf jeden Fall einmal angesehen haben, denn ansonsten hat man etwas verpasst.



      [film]10[/film]
      Big Brother is watching you
    • Kann das kurze Kommentar von Tom.b nur unterstreichen...Irgendwas war da...ernüchternd.
      Meine Zusammenfassung und Eindrücke kann man hier lesen:


      Zwei vorwitzige Archäologen finden bei Grabungen den Sarg einer Mumie namens Imhotep. Mit ihr vergraben eine wundersame Schriftrolle, die den toten Körper angeblich ins Leben zurückrufen wird. Leider ist das auch der Fall und der 3700 Jahre Körper nimmt neue Identität an, um seine damals lebendig begrabene Frau wiederzufinden. In Helen, die Tochter eines Museumsführers findet er seine Geliebte. Kann die Liebe des jungen Alan das Ritual und die Macht der Mumie stoppen.

      Die Mumie von 1932, seines Zeichen wirklich ein Klassiker und Inspirationsquelle des Genres, gilt überaus als Meilenstein des Genres. Nicht zuletzt hat er diesen Ruf zweifelsohne wegen der Darstellung von Boris Karloff als Mumie zu verdanken, den aus heutigen Gesichtspunkten scheint das wohl das einzige Highlight in diesem Film. Denn neben Frankenstein (1931), Dracula (1931) oder White Zombie (1932) verblasst dieser Universalgrusler gnadenlos. Während man in der Neuzeit mit den bereits als Trilogie angelegten und komödiantischen Abenteuerremakes verwöhnt wurde und die Sehgewohnheiten ohnehin nach 77 Jahren vollkommen anders sind, ist das erzählerische Ergebnis von Die Mumie mehr als ernüchternd. Wahrlich träge präsentiert sich uns das ganze Schauspiel, das einzig und allein darauf fixiert ist, den Fluch zu durchleuchten, bzw. auszudiskutieren. Dabei ist der Film äusserst redseelig, Tempo oder Spannung entwickelt der Film dabei selten, öfters vermittelt der Film auch eine qualvolle Stille eines Stummfilms, was zwar der Atmosphäre zugute kommt, aber die Spannung erheblich in den Keller sinken lässt. Und so ist es eben mehr als quälend, wenn man den Darstellern, die zwar verhältnismäßig gut schauspielern, zusehen muss, wie sie sich um ihren Verstand schwätzen. Einzig und allein der überlegene und überzeugende Darstellung von Boris Karloff als einschüchternde und mächtige Mumie, weiss da noch Akzente zu setzen, gruselig ist das zwar keinesfalls, aber zumindest eben charmant atmosphärisch. Tricktechnisch ist vorallem das Ende fulminant, wenn die Mumie Bild zu Bild altert und sich der Totenschädel emporragt, dass sieht schon sehr gut aus. Ohnehin ist die Maske hervorragend modelliert, man bedenke, dass der Film vor dem zweiten Weltkrieg entstand. Am Ende bleibt man dann aber doch bloss mit einem etwas entsetzten und verdutzten Gesicht zurück, denn das was die drei eben erwähnten Titel heute noch schaffen, da versagt Die Mumie auf ganzer Linie.

      Fazit:
      Sicherlich ein Klassiker und Wegbereiter für den Horrorfilm, aber aus heutiger Sicht ist der Film sichtlich träge, erzählerisch wie auch in seiner technischen Finesse. Dabei durchaus atmosphärisch, aber allzu redseelig. Filmtempo wie treibenden Score sucht man hier vergebens, finden tut man bloss einen einzigen Lichtblick: Boris Karloff als Mumie.

      62%
    • Ein Meilenstein des Horrorfilms! "Die Mumie" hat sicherlich viele weitere Horror- und Abenteuerfilme stark beeinflusst. Was mir sofort auffiel, ist die meisterhafte Leistung von Boris Karloff. Er spielt sehr gut, wirkt sehr mysteriös, beschwörend, verzaubernd und düster. So würde ich mir eine wiederauferstandene Mumie vorstellen.
      Allgemein ist der Film sehr düster und kommt ohne Blut aus. Einige Morde geschenen im Off, was der ganzen Sache einen Hauch von Krimi verleiht. Beschwörungen auf altägyptisch sowie alte Artefakte runden die Atmosphäre ab.
      Es gibt an sich nichts auszusetzen am Film, allerdings wirkt so ein "alter Schinken" im Vergleich zu Saw oder Hellraiser weniger "gruselig".

      Für 5 Euro ein richtiger Glückstreffer.

      [film]9[/film]
      "Menschen erschaffen gerne Monster. Und Monster ... zerstören eben ihre Schöpfer.!"

      Harlan Wade, F.E.A.R.
    • The Mummy (Die Mumie, 1932)




      Handlung:

      Spoiler anzeigen
      Ägypten 1921: Eine Expedition unter der Leitung von Sir Joseph Whemple entdeckt die Mumie des Hohenpriesters Imhotep, dessen Organe nicht entfernt wurden und der offensichtlich lebendig einbalsamiert worden ist. In der Grabstätte befindet sich auch ein Kästchen mit einer Inschrift, die jeden mit einem Fluch belegt, der dieses öffnet, was die Wissenschaftler wenig einschüchtert. Whemples Assistent Norton kann seiner Neugierde nicht widerstehen, öffnet die Box und findet eine Schriftrolle vor, dessen Inhalt er schriftlich übersetzt und dabei vor sich hinmurmelt. Es handelt sich um die Schriftrolle des Lebens mit den Worten, durch die Isis Osiris von den Toten erweckt haben soll, was auch bei Imhotep Wirkung zeigt. Er öffnet die Augen, entsteigt dem Sarkophag und nimmt die Schriftrolle an sich. Beim Anblick der wandelnden Mumie verliert Norton den Verstand und verfällt in ein hysterisches Lachen. 11 Jahre später, 1932, kehrt eine weitere Expedition unter der Leitung von Sir Joseph Whemples Sohn Frank nach Ägypten zurück und trifft dort den unheimlichen und geheimnisvollen Einheimischen Ardath Bey, bei dem es sich in Wirklichkeit um den zum Leben erweckten Imhotep handelt. Er gibt den Wissenschaftlern einen entscheidenden Hinweis, durch den sie die Grabstätte der Königstochter Anck-es-en-Amon finden, mit der Imhotep eine verbotene Liebe verband. Als sie starb erzürnte er die Göttin Isis, indem er die Schriftrolle des Lebens entwendete um seine Geliebte zum Leben zu erwecken. Er wurde dabei entdeckt und zu einem schrecklichen Tod verurteilt, indem man ihn lebendig mumifizierte. Auch wurden die heiligen Symbole vom Sarkophag entfernt und seine Seele dadurch der ewigen Verdammnis preisgegeben. Imhotep erkennt in der jungen Helen Grosvenor, in die Frank Whemple sich verliebt, Anck-es-en-Amons Reinkarnation und nimmt telepathischen Kontakt mit Ihr auf, wodurch sie in einen Trance verfällt und plötzlich altägyptisch spricht. Ardeth Bey stattet Sir Joseph Whemple einen Besuch ab, wobei er weiter seinen hypnotischen Einfluss auf Helen ausübt und die Schriftrolle zurückfordert, die er beim Versuch, die Mumie der Prinzessin zu erwecken, liegen ließ und die nun Whemple bei sich hat. Die Wissenschaftler erkennen, dass er der wiedererweckte Imhotep ist und verweigern die Herausgabe, woraufhin er von seinen magischen Kräften Gebrauch macht und bei Whemple einen tödlichen Herzanfall verursacht. Anschließend lässt er die hypnotisierte Helen in die gemeinsame Vergangenheit blicken und bereitet sie für die Wiedervereinigung vor, wobei er plant, sie zu töten und anschließend zum Leben zu erwecken, da sie sich noch in einem sterblichen Körper befindet. Imothep versucht auch Frank Whemple durch einen Herzanfall zu töten, um Helen von dessen Liebe zu lösen, was jedoch misslingt, da dieser in letzter Sekunde das Symbol der Göttin des Lebens zu fassen bekommt. Er eilt zusammen mit Dr.Miller Helen zur Hilfe, kommt jedoch nicht gegen Imhotheps Macht an. Allerdings wendet sich nun die erzürnte Göttin Isis, nachdem sie Anck-es-en Amons/Helens Gebet erhört, gegen diesen und lässt ihn zu Staub zerfallen.


      Anmerkungen:

      "The Mummy" ist ein amerikanischer Pre-Code-Horror-Film von Universal und wurde von dem noch sehr jungen Carl Laemmle Jr. (1908-1979) produziert, der 1928 im Alter von erst 20 Jahren die Nachfolge seines Vaters, des Universal Gründers Carl Laemmle Sr., antrat. Er war damit bereits bei den sehr erfolgreichen Klassikern "Dracula" (1931) und "Frankenstein"(1931) als Produzent tätig, blieb in dieser Funktion allerdings nur bis 1936. Grund dafür war, dass Laemmle Jr. das Studio trotz der vielen erfolgreichen und überaus beliebten Filme in finanzielle Schwierigkeiten brachte, da er als Qualitätsfanatiker keine Kosten scheute und daher die Ausgaben nicht einspielen konnte.

      Der Streifen gehört zu den großen Universal-Horror-Klassikern, hat allerdings aus heutiger Sicht doch einiges an Wirkung verloren. Was jedoch geboten wird ist ein grandioser Boris Karloff (1887-1969). Seine Körperhaltung, die Sprechweise, das Gehabe und sein Blick geben ihm neben der gelungenen Schminke eine sinistere und geradezu hypnotisch böse Präsenz, die zeigt, wie perfekt er es verstand, mit seinen Rollen zu verschmelzen. Er allein trägt den gesamten Film und spielt den Rest der Darstellerriege buchstäblich an die Wand. Geboren wurde er 1887 als William Henry Pratt und war privat, ganz im Gegensatz zu seinen Rollen, ein sanftmütiger, netter und sehr beliebter englischer Gentleman. Seine Karriere als Grandseigneur des Horrorfilms begann 1931 als Frankensteins Monster und umfasste noch viele weitere Gruselfilme, bis es in der zweiten Hälfte der 40er-Jahre etwas ruhiger um ihn wurde. Allerdings erlebte er durch seine Rolle in Mario Bavas "Black Sabbath"(1963) ein Comeback in den 60er-Jahren und blieb bis zu seinem Tode 1969 weiterhin als Schauspieler aktiv.

      Zita Johann (1904-1993) erscheint als bedrohte Schönheit ziemlich reizlos, was aber zumindest teilweise auch an dem damals anderen Schönheitsideal und der mittlerweile veränderten Frauenrolle liegen könnte. David Manners (1900-1998) wirkt auf den ersten Blick als junger Held recht ansprechend, allerdings hat das Drehbuch seinen Charakter etwas zu oberflächlich angelegt. Tatsächlich war er in den 30er-Jahren ein beliebter Leading-Man und spielte auch in der Dracula-Version von 1931 den Jonathan Harker. Bereits 1936 kehrte er der Traumfabrik den Rücken und zog sich als Eremit auf eine Ranch in der Wüste zurück, wo er sich ganz der Spiritualität widmete und dadurch seine seelische Balance fand, die in Hollywoods Scheinwelt, wo er seine Homosexualität verdecken musste, verloren ging. Sein Stern auf dem Hollywood-Boulevard ist inzwischen aus unerfindlichen Gründen verschwunden. Er war einer der ersten 100 Schauspieler die durch einen solchen geehrt wurden.

      Als Boris Karloffs nubischer Handlanger ist der eindrucksvolle Nebendarsteller Noble Johnson (1881-1978) zu sehen. Er spielte übrigens 1933 in "King Kong" auch den Häuptling der Eingeborenen.

      Schade ist, dass Karloff in diesem Film keine Szenen als wandelnde Mumie hat, wie sie in späteren Filmen immer wieder vorkamen. Der große Zuspruch beim Publikum führte in den 40er-Jahren zu den Sequels "The Mummy's Hand" (1940), "The Mummy's Tomb"(1942), "The Mummy's Ghost"(1944) und "The Mummy's Curse"(1944), die aber keine Fortsetzung von "The Mummy" waren. 1959 nahm sich die britische Filmschmiede Hammer des Themas an und brachte es bis 1971 auf 4 Filme. Zwischen 1999 und 2008 gab es 3 weitere Neuverfilmungen, wobei noch eine Fortsetzung folgen sollte.

      Sehr passend ist die Titelmelodie, welche aus Tschaikovskies Schwanensee stammt.


      Fazit:

      Die hervorragende schauspielerische Leistung Boris Karloffs und seine dämonische Aura in dem ansonsten altersbedingt nur noch durchschnittlich eindrucksvollen Film, holen diesen aus der Mittelmäßigkeit heraus.
      [film]7[/film]
    • Ein äusserst seltenes Poster zum Film ging 1997 bei Sotheby’s in New York für $453,500 über die Ladentheke.
      Jetzt wird es erneut angeboten, bis zum 31. Oktober 2018 läuft die Frist, dieses mal wird mit etwa 1 bis 1,5 Mio US $ gerechnet.
      Es existieren nur noch drei Poster von den Film, eines davon besitzt Metallica Gittarist Kirk Hammett, bisheriger Spitzenreiter ist das Dracula Poster von 1932 welches $525,800 einbrachte.

      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...