The Texas Chainsaw Massacre - Blutgericht in Texas

    • Die Idylle ist fast schon utopisch. 5 Hippiefreunde fahren mit dem VW Bus aufs Land um das Wochenende ihres Lebens zu haben. Doch als ihnen der Sprit ausgeht und sie einen etwas andersartigen Tramper mitnehmen beginnt für sie eine Nacht des Grauens. Noch wissen sie nicht, in welch böse Welt sie eingedrungen sind.

      Wenn wir von Blutgericht in Texas sprechen, sprechen wir auch maßgeblich von einem Film, der den Begriff Horror anno 1974 revolutionierte. Denn während solangsam aber sicher der Vampirfilm aus der Mode kam, ebnete neben Wes Craven (The Last House on the left) Tobe Hooper mit seinem texanischen Kettensägenmassaker einen Weg für ein ganz besonderes und gemeines Genre. Der Folterhorror war geboren und so gilt dieser Film auch heute noch als legendärer Grundstein, der auch noch 35 Jahre danach als Inspiration, Vorbild und Urvater dient, zu dem man heraufsehen muss. Zurecht, oder nicht? Ja, vollkommen zurecht, denn Tobe Hooper schafft es mit seinem Regiedebut trotz sehr geringen Budget einen Film in den Boden zu stampfen, der allein schon im Vorspann unheilvolles Erwarten lässt. Dabei beweist er nicht nur Geschick für äusserst tiefgründige und gekonnte Kamerafahrten, sondern zeigt auch noch ein Händchen für ausgefeilte Atmosphäre, die vollkommen stahlkalt in den Adern stecken bleibt. Wer nur das Remake kennt, mag womöglich auf blutrünstigen Splatter hoffen, aber Blutgericht in Texas ist dabei absolut unblutig. Und das ist auch teilweise gut so, zumindest braucht dieser Film das absolut nicht, denn Horror fängt dort an, wo der Mensch beginnt, die gezeigte Situation in seinem eigenen Kopf zu wiederholen und zu durchdenken. Und diesen Grundsatz schafft TCM ohne weiteres, denn rein inszenatorisch nagt dieser Film nicht nur physisch sondern auch psysisch an den Nerven. Dabei ist die Charakterdarstellung ein wesentlicher Grundstein für den manifestierten Horror, denn wenn die gutbürgerlichen, vermeintlich normalen Urlauber auf den ersten, milde ausgedrückt: degenerierten Einwohner treffen, treffen 2 Welten aufeinander. Danach verläuft zwar, zumindest nach heutigen Maßstäben alles vollkommen routiniert ab, doch allein inszenatorisch nagt der Film noch heute an jeder Psyche. Der Film ist zwar für den Zuschauer keine reinste Folter mehr, wie für die einzig überlebende Protagonistin, aber dennoch hinterlässt der Film einen Eindruck, der sich gewaschen hat, und den Hostel, Saw und das TCM Remake im Leben nicht erreichen könnten. Und vielleicht aufgrund des geringen Budget erzielt der Film einen dreckig, gemeinen B-Movie Charme, der letztendlich zur vollkommen erdrückenden Authenzität beiträgt.

      Fazit:
      Ein gewaltiger Film, der stilprägend war. Ein Vorbild und Inspirationsquelle, für alle danachfolgenden Folter, wenn nicht sogar jeden Horrorfilm. Dreckig, gemein, herrlich gut durchdacht inszeniert und in seiner Bildgewalt einfach pysisch absolut ermürbend. Und alles ohne Gore.

      88%

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