Hotel Ruanda



    • Produktionsland: USA, Großbritannien, Südafrika, Italien
      Produktion: Sam Bhembe , Roberto Cicutto, Duncan Reid, Hal Sadoff, Sally French, Terry George, A. Kitman Ho, Martin Katz, Francesco Melzi d'Eril
      Erscheinungsjahr: 2004
      Regie: Terry George
      Drehbuch: Keir Pearson, Terry George
      Kamera: Robert Fraisse
      Schnitt: Naomi Geraghty
      Spezialeffekte: Baseblack Ltd
      Budget: ca. 17.500.000$
      Musik: Afro Celt, Rupert Gregson-Williams, Andrea Guerra
      Länge: ca. 117 Minuten
      Freigabe: FSK 12
      Darsteller: Don Cheadle, Sophie Okonedo, Nick Nolte, Joaquin Phoenix, Desmond Dube, David O'Hara, Cara Seymour, Fana Mokoena, Hakeem Kae-Kazim, Tony Kgoroge, Mosa Kaiser, Mathabo Pieterson


      Inhalt:

      Vor elf Jahren brach in Ruanda der Irrsinn aus. Aber ein Mann zeigte sich entschlossen, alles dafür zu tun, um seine Familie zu schützen. Er brachte den Mut auf, sich der Gewalt entgegen zu stellen. Der Film erzählt die ergreifende und wahre Geschichte eines echten Helden. Sein Name: Paul Rusesabagina. Unter Einsatz seines Lebens rettete der Hotelmanager aus Ruanda couragiert mehr als 1200 Flüchtlinge vor dem sicheren Tod. Die Welt schaute weg, aber Paul breitete seine Arme aus und bewies, dass auch ein Einzelner Großes bewirken kann.


      Trailer:


      Filmsound:



      Kritik:

      Die Darsteller sind gut besetzt, insbesondere Don Cheadle (Paul) spielt die Hauptrolle sehr überzeugend, nur seine Frau Sophie Okonedo (Tatiana) spielt ihre Rolle grenzwertig laienhaft, aber ok. Es gibt ansatzweise grauenhafte Bilder, von sehr vielen Leichen, zumeist im Nebel umhüllt oder weit weg haltend, was einen zwar schaudern lassen kann, aufgrund der Anzahl dieser Toten, aber es ist auch eine deutliche Entschärfung der Härte, wenn das Bild nicht klar genug ist oder es auch keine Mordszenen an sich gibt. Der Film bietet jedenfalls genug atmosphärische Momente in ansprechender Kulisse, sobald die Szenen ruhiger sind. Diese ruhigen Passagen sind dann ab Filmmitte aber auch der große Schwachpunkt des Films, denn diese sind sehr mainstreamig und wirken auch mal ziemlich befremdend, wenn es darum geht ein richtig ernsthaftes Szenario aufzuzeigen, wo es um Leben und Tot geht. Gemeint ist vor allem die Szenerie wo Paul und Tatiana in den Nachthimmel frönen, während dort Schüsse erklingen, wobei es dann eher so ausschaut wie in einer romantischen Sylvesternacht, so etwas geht hier während überall gemeuchelt wird nicht. Es muss zwar nicht immer stetig Action und Mord sein, aber derart romantische und idyllische Momente haben bei solch einem denkwürdigen Szenario nichts verloren, zumindest nicht auf der Seite derer, die um ihr Leben und die Zukunft unmittelbar Angst haben müssen.
      Der Film hat Überraschungen/Wendungen zu bieten und lebt von einem hohen Spannungsbogen. Er zeigt auch das die UNO nicht in der Lage war, diese Schlachten zu stoppen, weil sie es nicht interessierte, was in diesem armen Land vor sich geht. Dabei kommen dann natürlich kritische Fragen auf, was die UNO konkret für eine Aufgabe hat, wenn sie sich bei solch blutigen Bürgerkriegen nicht einmischen wollen.

      Gänsehaut kann vor allem das Singen von Kindern erzeugen, was in den dramatischsten Momenten erscheint. Allgemein funktioniert das Werk als Familiendrama sehr gut und so gesehen hat er mir als sehr mainstreamige Kost auch gefallen, aber ein richtiges Bild über die Geschehnisse in Ruanda bekommt man hier nicht, dafür fehlt der Mut des Regisseurs direkte und harte Bilder aus dem Land aufzuzeigen. Zumal man sich hier meist nur in einem Hotel befindet und auch außerhalb dieses Hotels wird immer nur die Familie mit Paul, Tatiana und den Kindern im Vordergrund stehen, der Terror spielt sich nur im Hintergrund ab. Nicht wirklich schlimm was die Popkorn-Unterhaltung angeht, da dies weitestgehend gut funktioniert, aber vom Film hab ich mir auch aufgrund der sehr guten Kritiken mehr über die Auseinandersetzungen zwischen Hutus und Tutsies erwartet, die man hier sogar verwechseln kann, wenn sie dann oft nur als Milizen oder Rebellen abgetan werden, da es diesbezüglich zu wenig Hintergründe gibt. Wie gesagt, mir hat der Film als Familiendrama trotzdem gefallen, Dramatik, Atmosphäre, Sound, Darsteller, Spannung und Kulisse sind überzeugend genug, deswegen die gute Bewertung.

      [film]8[/film]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • RE: Hotel Ruanda

      Das er dir gefällt dachte ich mir, ich sehe zwar Hotel Ruanda nicht als Familiendrama, aber natürlich gibt es auch diesen Aspekt, wenn man sich ein wenig mit dem Thema auseinander gesetzt hat wirkt das gesehene noch viel intensiver. Starke Darsteller, Story ist das Leben. [film]8[/film]
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • RE: Hotel Ruanda

      Ja danke, war den Blick wert. :3:

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Der Film ist einer der ersten der sich mit der Ruandathematik auseinandersetzt, dies war auch einer der ersten Filme die ich gesehen habe. Wenn man sich mit der Thematik intensiv beschäftigt, dann ist der Film in seiner Verständlichkeit noch bedeutungsvoller.
      Hintergrund in diesem Film ist ein Konfilkt der mit einem Mal durch den Abschuss des Präsidentenflugzeuges ausbricht und zu einen Völkermord der extremen Hutus auf die Tutsi Millionen Menschenleben fordert.
      Der Völkermord von den Hutus war von Anfang an geplant es wurden Listen über Familienmitglieder gemacht, Verbände, Gemeinde, ja sogar Schulen brachten Listen von Menschen die der Tutsizugehörigkeit standen und unterstützen somit den Völkermord. Erst als die RPF-Armee in Ruanda einmarschierte, wurde der Völkermord beendet. Franzosen und Belgier die Vor Ort waren sind abgerückt und haben die Tutsis die sie jahrhunderte zuvor unterstützt haben den extremen Hutus ihren SChicksal überlassen.
      Ein Mandat der UNO hat ein Eingreifen der UN-Soldaten die vor Ort waren verhindert, dass UN-Soldaten nur schießen sollten, wenn sie selber angegriffen werden, für Afrikaner galt dies nicht.
      Neben "Shooting Dogs" auch unter dem Titel "Mord unter Zeugen" und "Als das Morden begann - Sometimes in april" einer der besten Filme die sich mit dieser Thematik beschäfitgt.


      Hier mal eine Doku zu dieser Thematik.

      [film]10[/film]
      Der Trick dass man keinen Kater bekommt, besteht darin nicht aufzuhören zu trinken!!!