Jigoku - Das Tor zur Hölle

    • Jigoku - Das Tor zur Hölle




      Alternativer Titel: Hell, Inferno, Sinners of Hell
      Produktionsland: Japan
      Produktion: Mitsugu Ôkura
      Erscheinungsjahr: 1960
      Regie: Nobuo Nakagawa
      Drehbuch: Nobuo Nakagawa, Ichirô Miyagawa
      Kamera: Toshio Gotô
      Schnitt: Toshio Gotô
      Spezialeffekte: -
      Budget: ca. -
      Musik: Michiaki Watanabe
      Länge: ca. 98 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Shigeru Amachi, Hiroshi Hayashi, Fumiko Miyata, Torahiko Nakamura, Yôichi Numata, Jun Ôtomo, Kimie Tokudaiji, Akiko Yamashita


      Inhalt: Die beiden Theologie-Studenten Tamura und Shimizu sind jung und haben das Leben noch vor sich. Zudem ist Shimizus Freundin Yukiko schwanger. Doch eines Nachts ändert sich das Leben, als die beiden Studenten nach einem Autounfall nicht Hilfe leisten, sondern davon rasen. Das Opfer, ein Bandenmitglied, welches angefahren wurde, stirbt an den Folgen im Spital, die Angehörigen bzw. die Mutter des Opfers, die das Auto sah, schwört Rache! Kurz darauf stirbt Shimizus Freundin bei einem Autounfall und auch seine Mutter wird krank…



      Trailer:


      Es kommt nun endlich eine deutsche DVD. Am 15.07.2011 wird Rapid Eye den Film mit deutschen Uts und einer FSK 16 Freigabe releasen. Wird definitiv von mir gekauft!
    • 51 Jahre ist es nun her, seitdem uns Nobuo Nakagawa Jigoku präsentierte. Bisher gab es jedoch keine deutsche DVD zu diesem Film. Lediglich Criterion hat in den USA eine Sammleredition herausgebracht. Hat sich das Warten auf diesen Film nun gelohnt, oder waren die 51 Jahre umsonst?

      Der Student Shiro hat eigentlich ein erfreuliches Leben. Er hat sich gerade mit seiner Freundin Jukiko verlobt. Doch an dem Abend der Verlobung ereignete sich auch ein Unglück. Als er auf dem Heimweg, mit dem merkwürdigen Tamura war, passiert es. Sie fahren einen Mann an, dieser stirbt noch am gleichen Abend. Damit ändert sich für Shiro alles. Als er den Mord bei der Polizei gestehen will, stirbt auch seine Freundin Jukiko. Ist es ein Unfall, oder haben doch höhere Mächte ihre Hand im Spiel?

      Jigoku ist ein wirklich sehr außergewöhnlicher Film, besonders wenn man das Alter des Films beachtet. Es dreht sich alles um den Tod, Schicksal und das Leben nach dem Tod. Man kann soviel verraten, dass ungefähr die Hälfte des Films in der Hölle spielt und diese Hölle ist wahrlich grandios umgesetzt. Noch nie habe ich die Hölle so präsentiert bekommen und ich muss sagen, hier hat man sich wirklich viel Mühe gegeben. Mit kleinen Mitteln wurde eine Hölle erschaffen, die wirklich bedrückend und angsteinflößend ist. Das Ganze richtet sich nach der Vorstellung, dass es 8 Höllen gibt, welche alles für unterschiedliche Sünder sind.

      Die Schauspieler machen ihren Job wirklich glaubhaft, besonders der Charakter Tamura ist hier zu nennen, da er etwas mysteriöses und zu gleich unheilbringendes hat und der Schauspieler (dessen Namen ich nicht weiß) ist wirklich perfekt für die Rolle. Aber auch Shiro und Jukiko sind gut gewählt worden. Es entsteht fast so etwas wie eine Märchenatmosphäre bzw. wie in den alten Romanen (Faust). Das Ganze wirkt sehr durchdacht und vor allem außergewöhnlich umgesetzt. Die Musik ist ein weiteres Highlight des Films. Es werden einige Lieder vorgetragen (die auch untertitelt wurden), welche das Geschehen hervorragend unterstreichen und verstärken.

      Die Effekte sind sehr gut gemacht und können überzeugen, auch wenn es mir ein Rätsel ist, wieso der Film ab 16 freigegeben wurde. Allein durch die Thematik, sowie einiger harten Szenen kann ich die Entscheidung der FSK nicht nachvollziehen. Auf jeden Fall bekommt man gegen Ende einige nette Effekte zu sehen und diese können sich selbst für die heutige Zeit noch sehen lassen. Aber auch die Kulisse wurde hier sehr gut gemacht. Allein die Hölle dürfte viele an die Endszene von Lucio Fulcis The Beyond (Geisterstadt der Zombies) erinnern. Es sind oft nur kleine Räume die mit Nebel und einigen Kleinigkeiten geschmückt wurden, doch genau diese Simplizität ist es, die das Ganze so echt rüberbringen. Es wirkt fast wie ein surrealer Traum von der Hölle.

      Zur DVD möchte ich noch kurz etwas sagen. Seit dem 15.07.2011 kann sich der geneigte Zuschauer diesen Film nun ungeschnitten anschauen. Die DVD präsentiert den Film im Originalton mit Untertiteln, was auch die richtige Entscheidung war, da allein die Lieder unmöglich zu übersetzen gewesen wären. Die Untertitel sind gut geworden und weisen keinerlei Rechtschreibfehler auf. Als Extra gibt es leider nur den Kinotrailer, jedoch gibt es wahrscheinlich zu dem Film auch kein anderes Bonusmaterial. Das Bild ist sehr gut, beinhaltet allerdings einige Filmrisse, was auf Grund des Alters aber mehr als verständlich ist. Die Qualität an sich ist sehr scharf und weiß zu überzeugen. Somit bekommen ist die DVD mehr als lohnenswert und ist mit 9,99 doch recht günstig zu haben.

      Fazit: Außergewöhnlicher Film, der auch heute noch einen Konkurrenten suchen dürfte. Alleine für die grandiosen Höllenszenen für jeden Interessierten einen Blick wert.

      Objektive Wertung: [film]8[/film] Punkten
      Meine Wertung: [film]10[/film] Punkten (ein kleines vergessenes Meisterwerk!)