Circus der Vampire

    • Kritik:

      Im Vorspann wird der gemeuchelte Obervampir einen Fluch aussprechen, der später anhand der Pest und einem auftauchenden Vampirzirkus sich bewahrheiten sollte. Der Film liefert allgemein mehr als eine übliche Vampir/Dracula Geschichte und dass macht ihn dann auch durchweg interessant. Eine beeindruckende und gleichzeitig überraschende Szene ist, wenn die Zirkusvampire plötzlich mit der Jungfrau und dem Kreuz konfrontiert werden. Es werden einige Kinder Opfer der Vampire, womit der Film provozieren kann, im Vergleich zu den Hammer Produktionen zuvor und er kommt damit auch dem Roman eines Bram Stoker näher als der zu seichte und massentaugliche Hammer-Klassiker. Von dem typisch altmodischen Stil der Hammerproduktionen ist hier nichts zu sehen. Der Film wirkt wild, sexuell roh (Pantervampir hat Sex mit Frau) und ist technisch verspielt. Wobei der Vampir, der sich als Panter verwandeln kann, absolut einzigartig ist. Es gibt auch einiges an Blut und ein paar seichte Goreszenen, was soweit durchaus ansprechend genug ist. Die wilden Raubtiere und auch die echten Fledermäuse unterstützten die atmosphärische Stimmung enorm. Besonders beeindruckend sind einige surreale Szenen mit einem Spiegel und dem dahinter verborgenen Totenreich, sowie einige kunstvolle Spielereien mit dem Vampirzirkus. Ein paar Computereffekte sind vorhanden, die billig auffallen, in Grunde die größte Schwäche des Films. Die Schauspieler machen ihren Job recht gut, bei dem jungen John Moulder-Brown als Held sieht man ab und zu, dass er sich das Lachen kaum verkeifen kann, aber das macht den Film dann auch besonders sympathisch.

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    • Circus der Vampire
      (Vampire Circus)
      mit Adrienne Corri, Thorley Walters, Anthony Higgins, John Moulder-Brown, Laurence Payne, Richard Owens, Lynne Frederick, Elizabeth Seal, Robin Hunter, Domini Blythe, Robert Tayman, John Bown
      Regie: Robert Young
      Drehbuch: Judson Kinberg / George Baxt / Wilbur Stark
      Kamera: Moray Grant
      Musik: David Whitaker
      FSK 18
      Großbritannien / 1972

      1810: Noch Bevor der aufgebrachte Mob des englischen Dorfes Schettel den Vampir Graf Mitterhouse lyncht, verflucht dieser alle Bewohner und sinnt auf grausame Rache. Fünfzehn Jahre später steht Schettel unter Quarantäne: Das Grauen schleicht in Form einer unbekannten, tödlichen Krankheit um die Häuser, die durch Fledermäuse übertragen wird. Doch die mysteriöse Seuche bildet nur die Vorhut für einen Vampirclan, der als Wanderzirkus getarnt jegliches Menschenleben in Schettel auslöschen will.


      In den frühen 70er Jahren passten auch die berühmten britischen Hammer Studios ihre Filme dem damaligen Zeitgeist an und so ist es nicht weiter verwunderlich, das "Circus der Vampire" mit einer ordentlichen Prise Erotik und einem ungewohnt hohen Blutgehalt ausgestattet wurde. Dennoch wohnt auch diesem originell gestalteten Vampirfilm die gewohnt grandiose Atmosphäre bei, die im Prinzip sämtliche Werke der britischen Film-Studios anhaftet. Von der ersten Minute an wird der Zuschauer dabei mit farbenprächtigen Bildern nahezu verwöhnt und findet sich in einer Geschichte wieder, die sich doch thematisch sehr wohlwollend vom klassischen Vampir-Thema abhebt. Obwohl hier keiner der ganz großen Stars der Hammer Studios mitspielt und eher unbekannte Darsteller am Werk sind, kann man sich über das dargebotene Schauspiel nicht beklagen, denn durch die Bank wird man mit äußerst gelungenen Performances der Akteure verwöhnt und kann ihnen die Spielfreude in jeder einzelnen Einstellung anmerken.

      Dieses Mal spielt sich das Geschehen nicht in einem düster erscheinenden Schloss ab, denn als Schauplatz der Ereignisse hat man ein verfluchtes Dorf ausgewählt, dessen Bewohner 15 Jahre zuvor einen Vampir-Grafen getötet haben, der nun jedoch auf seine Auferstehung wartet. Der sogenannte Circus der Nacht soll ihm dabei behilflich sein, denn hinter diesem verbirgt sich nichts anderes als eine Horde Blutsauger, die mit Hilfe einiger besessener Menschen die Dorfbewohner töten wollen, um damit den Grafen wieder zum Leben zu erwecken. "Circus der Vampire" versprüht einerseits den typisch klassischen Stil der damaligen Vampirfilme, bietet aber andererseits sehr gelungene Abweichungen der üblichen Thematik und garniert sein Szenario mit herrlich artistischen Einlagen, an denen man seine helle Freude hat. Zudem gestalten sich die Ereignisse erstaunlich hart und blutig, was man aus den ansonsten üblichen Vertretern der damaligen Zeit gar nicht kennt. Einige härter anmutende Passagen sind hier wirklich das Salz in der Suppe und verleihen dem Film eine recht außergewöhnliche Note, die ihm äußerst gut zu Gesicht steht.

      Gerade in der heutigen Zeit, in der die hochmodernen Vampirfilme wie "Blade" oder auch "Underworld" für Aufsehen sorgen ist es immer wieder schön, auch mal die alten Klassiker auszugraben, die allein in atmosphärischer Hinsicht von den Filmen der Neuzeit keinesfalls zu toppen sind. Natürlich wird hier in Sachen Action eher auf Sparflamme gekocht, doch wer eine Vorliebe für den klassischen Stil sein Eigen nennt, ist hier bestens aufgehoben. Regisseur Robert Young hat sämtliche notwendigen Zutaten mit einigen Neuerungen versehen und eine insgesamt extrem stimmige Geschichte ins Bild gesetzt, von der durchgehend eine ungeheuer starke Faszination ausgeht, die sich auch ganz automatisch auf den Betrachter überträgt. Zudem sind es die größtenteils herrlich bunten Bilder, von denen gleichzeitig eine ungeheure Kraft ausgeht und in diversen Passagen entfacht "Circus der Vampire" eine fast schon hypnotische Wirkung, der man sich beim besten Willen nicht verweigern kann. Eine originelle Geschichte, erstklassig agierende Darsteller und eine extrem dichte Atmosphäre lassen hier ein Gesamtbild entstehen, das man nur als herausragend bezeichnen kann.

      Insgesamt gesehen bekommt man es hiermit einem Vertreter der Vampir-Thematik zu tun, der zwar ganz eindeutig die klassischen Elemente beinhaltet, von der Geschichte her jedoch ein wunderbar originelles Szenario präsentiert, das einen ganzzeitig in seinen Bann zieht. Und auch wenn hier die Aushängeschilder wie Christopher Lee oder Peter Cushing nicht mit von der Partie sind, konnte man eine Darsteller-Riege verpflichten, die mit Freude und Begeisterung bei der Sache ist und keinerlei Grund für negative Kritik bietet. Und so präsentiert sich mit "Circus der Vampire" ein herrlicher Klassiker, der auch in der heutigen Zeit immer wieder sehenswert ist und meiner persönlichen Meinung nach zu den besten Vertretern seiner Art gehört.


      Fazit:


      Originell, bunt und erstaunlich hart präsentiert sich hier ein Vampirfilm, der wohl ganz eindeutig zu den Klassikern des Genres zu zählen ist. Auch nach mehr als vier Jahrzehnten hat er dabei rein gar nichts von seinem unvergleichlichen Charme eingebüßt und bietet sich so jederzeit für eine neuerliche Sichtung an, die man auf keinen Fall bereuen wird.


      [film]9[/film]
      Big Brother is watching you
    • Ich fand Circus der Vampire alles andere als gut. Die noch älteren Hammer-Filme hatten Klasse und waren Spannend. Dieser hier ist viel zu lang geraten, dröge und schleppt sich nur quälend langsam durch die uninspieierte Handlung voran. Zumal manche Effekte, auch für die 70er Jahre, zum kreischen schlecht waren. Die Optik ist ganz nett und teilweise die Atmosphäre, aber ansonsten ist es der Film nicht Wert. Wohl aber die wie immer die tolle VÖ von Koch Media.

      [film]3[/film]
    • Original von Tyrannosaurus Rex:

      Ich fand Circus der Vampire alles andere als gut. Die noch älteren Hammer-Filme hatten Klasse und waren Spannend. Dieser hier ist viel zu lang geraten, dröge und schleppt sich nur quälend langsam durch die uninspieierte Handlung voran. Zumal manche Effekte, auch für die 70er Jahre, zum kreischen schlecht waren. Die Optik ist ganz nett und teilweise die Atmosphäre, aber ansonsten ist es der Film nicht Wert. Wohl aber die wie immer die tolle VÖ von Koch Media.

      [film]3[/film]



      Ohhhhhhhhhhhhh, die wohl schlechteste Meinung, die ich von dem Film gehört habe. Aber nun gut, Geschmäcker sind ja verschieden.
    • Original von Mr.Splatter:

      Original von Tyrannosaurus Rex:

      Ich fand Circus der Vampire alles andere als gut. Die noch älteren Hammer-Filme hatten Klasse und waren Spannend. Dieser hier ist viel zu lang geraten, dröge und schleppt sich nur quälend langsam durch die uninspieierte Handlung voran. Zumal manche Effekte, auch für die 70er Jahre, zum kreischen schlecht waren. Die Optik ist ganz nett und teilweise die Atmosphäre, aber ansonsten ist es der Film nicht Wert. Wohl aber die wie immer die tolle VÖ von Koch Media.

      [film]3[/film]



      Ohhhhhhhhhhhhh, die wohl schlechteste Meinung, die ich von dem Film gehört habe. Aber nun gut, Geschmäcker sind ja verschieden.


      Richtig nachvollziehen kann ich so eine schlechte Meinung auch nicht. Allerdings interessieren mich die Hammer-Klassiker wiederum nicht so, ich brauch schon etwas Blut und Übertriebenheit. lolp
    • Vampire Circus (Circus der Vampire, 1971)



      Regie: Robert Young

      Produktion: Hammer Film Productions, GB, Drehzeit: 09.08.1971 bis 21.09.1971

      Mit: Adrienne Corri, Anthony Higgins, John Moulder-Brown, Lynne Frederick, Laurence Payne, Thorley Walters, Richard Owens, Elizabeth Seal, Robin Hunter, Domini Blythe, Robert Tayman, David Prowse, Skip Martin, Lalla Ward

      Handlung:

      Der Vampirgraf Mitterhaus versetzt ein österreichisches Dorf im 19.Jahrhundert in Angst und Schrecken. Er tötet Kinder, von deren Blut er sich ernährt, und verführt die Frau eines Lehrers. Als den Dorfbewohnern sein teuflisches Treiben zu bunt wird, beschließen sie, sich nichts mehr gefallen zu lassen. Sie fassen den Mut der Verzweiflung und können den Grafen in seinem Schloss trotz seiner übermenschlichen Kräfte unschädlich machen, indem sie ihm im Kampf einen Pfahl durchs Herz jagen. Bevor er sein Leben aushaucht, verflucht er das Dorf und vor allem dessen Kinder. Tatsächlich greift daraufhin eine unheilbare Seuche um sich und die Dorfbewohner werden unfreiwillig unter Quarantäne gestellt, indem jeden, der die Grenzen übertritt, ein Kugelhagel erwartet. 15 Jahre nach der Vernichtung des Grafen kommt ein Wanderzirkus in's Dorf, der für Abwechslung sorgen sollte. Allerdings ahnt niemand, dass es sich bei den Artisten um Vampire und deren Helfershelfer handelt, die gekommen sind, um den Grafen Mitterhaus zu rächen...

      Anmerkungen:

      Inspiriert durch den Erfolg der Karnstein-Filme hat Hammer dem Vampir-Genre eine weitere Alternative zum, mittlerweile ausgereizten, Dracula-Stoff beigesteuert und dabei erneut ein sehr phantasievolles Händchen bewiesen. Die Circus-Atmosphäre an sich ist Geschmackssache und vermag mich persönlich, im Vergleich zu den sonst üblichen alten Gemäuern, nicht so recht zu befriedigen. Trotzdem hat man sich sehr viel Mühe dabei gegeben, die Blutsauger möglichst gefährlich und bösartig auftreten zu lassen. Sie vermögen hier wie Geister aus dem Nichts aufzutauchen und können sich nicht nur in Fledermäuse, sondern auch Raubtiere, usw. verwandeln. Dies wird durch, bisher bei Hammer eher ungewohnte, aber trotz ihrer Einfachheit sehr wirkungsvolle Effekte umgesetzt. Die Grausamkeiten werden forciert und auch die auffallend ausgiebig gezeigten Kindermorde sind in den mittlerweile angebrochenen 70ern kein Tabuthema mehr. Man muss Letzteres natürlich insoweit relativieren, dass es sich ja um, von der Realität entrückte, Vampir-Morde handelt, die keine ernsthaften Vergleiche zu tatsächlichen Gräueltaten provozieren. Die Sex-Szenen sind freizügiger geworden, wenn auch aus heutiger Sicht freilich keine große Sache mehr. Bizarre Gestalten, allen voran eine merkwürdige und graziöse nackte Tigerfrau, werten den visuellen Reiz deutlich auf. Der Vampirbiss hält plakativer als bisher symbolisch für den Sexualakt her, was in einer überzeichneten Extase und Hörigkeit der Frauen seinen Ausdruck findet.

      Trotz zahlreicher Neuerungen ist Hammers Handschrift nach wie vor unverkennbar, da von der stilistischen Grundstruktur (noch) nicht abgegangen wird und unnötige Modernisierungen außen vor bleiben. Es handelt sich auch hier um einen "Old-School-Film" der nur mit etwas mehr Blut, Sex und (einfacher) Tricktechnik angereichert ist. David Whitakers Musik folgt dem aufpeitschenden und düsteren Stil älterer Hammer-Tage.

      Als muskelbepackter Vampir-Helfer hat übrigens Davie Prowse (geb.1935), der seinen über 2 Meter großen und voll durchtrainierten Körper später als Darth Vader in den Dienste von "Star Wars" stellte, einen Auftritt. In einer frühen Rolle als Teenager ist die liebreizende Lynne Frederick (1954-1994) zu sehen, deren Leben als letzte Ehefrau und Witwe des Komikers Peter Sellers einen tragischen Verlauf nehmen sollte.

      Fazit:

      Sehr grausame und temporeiche Horrorshow, die in jeder Hinsicht frisches Blut in das Vampir-Genre fließen lässt und hauptsächlich Darsteller präsentiert, die bisher bei Hammer noch nicht in Erscheinung getreten sind. Bei den Gewölben, die schon sehr nach Billig-Kulisse miefen, hat man sich allerdings weniger in's Zeug gelegt. Das Zirkus-Milieu ist als Schauplatz für einen Gruselfilm einerseits gewöhnungsbedürftig, andererseits wieder recht geschickt eingebracht, was im Gesamtbild 7 von 10 Punkten rechtfertigt.

      [film]7[/film]