Das Geheimnis der grünen Stecknadel

    • Das Geheimnis der grünen Stecknadel



      Alternativer Titel:
      -School That Couldn't Scream, The
      -Secret of the Green Pins, The
      -Solange
      -Terror in the Woods
      -What Have They Done to Solange?
      -What Have You Done To Solange?
      -Who Killed Solange?
      -Who's Next
      Produktionsland: Deutschland, Italien
      Produktion: Horst Wendlandt
      Erscheinungsjahr: 1972
      Regie: Massimo Dallamano
      Drehbuch: Massimo Dallamano, Bruno Di Geronimo
      Kamera: Aristide Massaccesi
      Schnitt: Antonio Siciliano, Clarissa Ambach
      Musik: Ennio Morricone
      Länge: ca. 92 Minuten, Ungekürzt 102 Minuten
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Fabio Testi, Karin Baal, Joachim Fuchsberger


      Der Film ist in Deutschland nur geschnitten erhältlich.


      Henry Rossini, der Lehrer an einem Mädcheninternat, hat eine Affäre mit einer seiner Schülerinnen, Elisabeth. Während eines Bootsausflugs beobachtet Elisabeth einen Mord. Rossini schenkt ihr keinen Glauben, bis am nächsten Tag der Mord in der Presse publik wird. Es kommt zu weiteren Morden innerhalb der Internatsgemeinde und Rossini gerät zusehends stärker unter Verdacht.

      Das Geheimnis der grünen Stecknadel, ist eine deutsch-italienische Koproduktion unter der Regie von Massimo Dallamano, der zwei Jahre später mit Der Tod trägt schwarzes Leder, seinen wohl besten Film drehte. Warum so viel der Vorworte? Nun, da es sich um eine Edgar Wallace Geschichte handelt, die nach dem Giallo-Schema umgesetzt wurde. Eine Tatsache, die den Giallo-Liebhaber gefällt, aber das damalige Edgar Wallace Publikum aus den Kinos fernhielt.

      Kein Wunder, denn das Schema hatte sich grundlegend geändert. Das Geheimnis der grünen Stecknadel zeigte, für einen Wallace-Film ungewohnte Erotikaufnahmen und auch eine gewisse Härte, die man aus den Alfred Vohrer Filmen nicht kannte. Demnach eine reichhaltige Fläche für gute Unterhaltung nach italienischem Muster.

      Der Besetzungsstab ist mit deutschen und italienischen Darstellern ausgestattet. Innerhalb der Schauspielerschar, kommen Joachim Fuchsberger, Karin Baal und Fabio Testi zum Tragen, die ihre Parts routiniert runterspielen. Testi wird vom schmierigen Internatslehrer zum Privatdetektiv und Fuchsberger versucht einen Hauch von Maigret einzubringen.

      Das Schöne an Das Geheimnis der grünen Stecknadel ist, dass man sich in den Bildern des Films schnell heimisch fühlt, demnach auch hier lobende Worte an den Kameramann Aristide Massacessi, besser bekannt als Joe D´Amato.

      Fazit: Eine spannend inszenierte Wallace-Verfilmung, der zwar die italienische Beteiligung so richtig gut tut, sich allerdings den Vorwurf der ein oder anderen Ungereimtheit, gefallen lassen muss.

      8,5/10


      https://www.youtube.com/watch?v= N8sgR4n8_DE
    • Wallace-Filme kann man nur lieben oder hassen lolp

      Ich jedenfalls war früher ein großer Fan. Obwohl ich auch sagen muss das die Farb-Wallace NIE an die Schwarz-Weiß- Filme rankamen. Die hatten einfach nicht mehr diesen Flair und waren zudem oft viel zu kitschig...

      Die grüne Stecknadel, fande Ich ebenfalls nur Durchschnitt. Fuchsberger war hier schon deutlich eingerostet, und von dem frechen Sunnyboy der 50/60er Jahre war hier nix mehr zu sehen!
      Arthur Spooner: "Ah, ihr jungen Leute mit eurem Gesundheits- und Schlankheitstick. Zu meiner Zeit hatte man mit Mitte fünfzig einen ordentlichen Herzinfakt. Und wir haben ihn zu schätzen gewusst!"





    • Das Geheimnis der grünen Stecknadel
      (Cosa avete fatto a Solange?)
      mit Joachim Fuchsberger, Fabio Testi, Cristina Galbo, Karin Baal, Günther Stoll, Claudia Butenuth, Camille Keaton, Maria Monti, Giancarlo Badessi, Pilar Castel, Giovanna Di Bernardo, Vittorio Fanfoni, Marco Mariani, Antonio Casale, Emilia Wolkowicz
      Regie: Massimo Dallamano
      Drehbuch: Bruno Di Geronimo / Massimo Dallamano
      Kamera: Joe D'Amato
      Musik: Ennio Morricone
      FSK 16
      Deutschland / Italien / 1972

      Im Londoner Hyde Park wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden, die Schülerin des nahe gelegenen Mädcheninternats war. Neben ihr liegt eine grüne Stecknadel. Der verheirate Lehrer Henry, der ein Verhältnis mit Schülerin Elisabeth hat, das entdeckt werden könnte, gerät in den Verdacht des ermittelnden Inspektors Barth, da er in der Nähe des Tatorts einen Füller verloren hat. Auch Elisabeth wird ermordet. Auf eigene Faust gehen Henry und seine Frau Herta dem Mörder nach und stellen ihn.


      Diese deutsch-italienische Co-Produktion ist einer der letzten Filme, die in der legendären Edgar Wallace Film-Reihe erschienen sind und zählt somit zu den wenigen Filmen, die bei vielen der eingefleischten Wallace-Fans auf keine allzu große Begeisterung gestoßen ist. Das liegt ganz einfach an den starken Einflüßen des italienischen Kinos, die in diesem Werk den ganz klar gewichtigeren Anteil für sich in Anspruch nehmen. Die Geschichte weicht nämlich sehr stark von den ansonsten üblichen Wallace-Verfilmungen ab und bietet nicht die ansonsten übliche Londoner Grusel-Szenerie, wie man sie aus so vielen Werken des berühmten britischen Autors her kennt. Und so ist es dann auch durchaus nachvollziehbar , das die eingefleischten deutschen Krimi-Fans nicht so sehr auf ihre Kosten kommen, hat Regisseur Massimo Dallamano doch vielmehr einen waschechten Giallo mit deutscher Schauspielerbeteiligung geschaffen, der zudem noch zu den richtig guten Vertretern seiner Art zu zählen ist. Von Beginn an wird dabei keinerlei Hehl aus der Tatsache gemacht, das die Einflüße des Cinema Italiano ganz klar überwiegen, präsentiert sich dem Zuschauer doch von der ersten Minute ein ineinander verschachteltes Szenario, das in erster Linie durch seinen äusserst gelungenen Spannungsaufbau zu überzeugen weiss. Dabei treten mit der Zeit immer mehr die üblichen Zutaten des italienischen Giallos in den Vordergrund, was der Geschichte insgesamt extrem gut zu Gesicht steht und für einen äusserst spannenden Filmgenuss garantiert.

      Dazu zählt sicherlich hauptsächlich die erstklassige Grundgeschichte, die zu keiner Zeit irgendwie vorhersehbar oder durchsichtig erscheint, bekommt der Betrachter doch lediglich etliche kleine Puzzle-Teilchen serviert, die sich erst kurz vor dem Ende zu einem großen Ganzen zusammenfügen und somit auch erst wenige Minuten vor Toreschluß die Gesamtzusammenhänge der brutalen Morde erkennen lässt, die einem in 90 äusserst spannenden Minuten präsentiert werden. Bis dahin jedoch tappt man wirklich ziemlich im Dunkeln und kann sich kaum einen Reim auf die Morde machen, die an etlichen Schülerinnen einer Mädchenschule begangen werden und erahnt lediglich im Laufe der Zeit durch einige kleinere Indizien, das einige Schülerinnen ein schreckliches Geheimnis miteinander teilen müssen, das letztendlich einige von ihnen ihr junges Leben kostet. Dallamano hat seine Geschichte dramaturgisch gesehen so exzellent aufgebaut, das der Zuschauer fast schon sogartig in das geheimnisumwitterte Geschehen hineingezogen wird, das eine unglaublich starke Faszination ausübt, der man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Das dabei stattfindende Ratespiel bietet nebenbei etliche falsche Fährten die einen immer wieder in eine falsche Richtung locken, bis dann endlich sämtliche Teile dieser sehr sehenswerten Geschichte zusammengefügt werden und dabei einen äusserst tragischen Hintergrund erkennen lassen, der einem auch die Motivlage des Täters sehr nahe bringt, so das man fast schon so etwas wie menschliches Verständniss für ihn aufbringen kann, auch wenn das seine taten keinesfalls entschuldigt.

      Neben der erstklassigen Dramaturgie des Szenarios und dem stetig ansteigenden Spannungsbogen ist es insbesondere die hervorragende Darsteller-Riege, die diesem Film eine Menge Klasse verleiht. Fabio Testi, Karin Baal und Joachim Fuchsberger sollen an dieser Stelle nur stellvertretend für ein insgesamt harausragend agierendes Darsteller-Ensemble stehen, das durch seine gläntenden Leistungen dem Film ganz automatisch ihren ganz persönlichen Stempel aufdrücken und so zu einem fasz schon perfekten Gesamteindruck beitragen. Dieser entsteht aber vor allem durch den Aspekt, das hier nicht wie in einigen anderen Giallos die Motive für eine Mordserie wie auch die Identität des Mörders wie beiläufig aus dem Hut gezaubert werden, denn in "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" liegt dem Ganzen eine absolut erstklassige-und vor allem nachvollziehbare Story zugrunde, in der es nicht vor Logiklöchern nur so wimmelt. Doch in vorliegendem Fall passen im Prinzip sämtliche Komponenten nahezu perfekt ineinander, was letztendlich für einen aussergewöhnlich gelungenen Giallo verantwortlich zeichnet, der diese Bezeichnung auch wirklich verdient und für sich in Anspruch nehmen kann.

      Eine geheimnisvolle Geschichte, ein wunderbar aufgebauter Spannungsbogen, eine dichte-und größtenteils sehr bedrohliche Grundstimmung und hervorragende Schauspieler machen diesen Film der Edgar Wallace-Reihe zu einem unvergesslichen Filmerlebnis, das man unbedingt gesehen haben sollte. Einige im Netz umherschwirrende-und eher durchschnittliche Kritiken kann ich mir persönlich nur so erklären, das eingeschworene Wallace-Fans über die Abweichung zu den klassischen Verfilmungen seiner Romane zu sehr enttäuscht waren, denn Liebhaber des italienischen Kinos dürften bei diesem Film viel eher vor Begeisterung mit der Zunge schnalzen, offenbart sich ihnen doch ein in allen Belangen vollkommen überzeugender Giallo, so wie man ihn sich vorstellt und auch wirklich haben möchte. Meiner Meinung nach braucht sich "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" auch keinesfalls hinter eventuell bekannteren Vertretern des Genres zu verstecken, offenbart sich dem Betrachter doch ein unglaublich spannendes Geschehen, das tief ineinander verschachtelt förmlich zum Mitraten einlädt.


      Fazit:


      Einige enttäuschte Fans des legendären Edgar Wallace möges es mir verzeihen, aber "Das Geheimnis der grünen Stecknadel" ist ein wirklich herausragender Beitrag des Cinema Italiano, das mit einigen deutschen Einflüssen angereichert wurde, was sich insbesondere bei den Darstellern bemerkbar macht. Filmisch gesehen ist allerdings Italien Trumpf, was man auch von der ersten bis zur letzten Minute dieses grandiosen Genre-Beitrags keinesfalls abstreiten kann. Und so wird das Herz des Italo-Liebhabers um einige Takte höher schlagen, wohingegen sich die Freunde des deutschen Krimis schmollend in ihr Schneckenhaus zurückziehen werden.


      [film]9[/film]
      Big Brother is watching you
    • SOLANGE kommt ja bald von Koch Media. Folgend ein paar Infos zur Veröffentlichung.

      - 20-seitiges Booklet mit einem Essay von Paul Poet und einem Interview mit "Solange"-Darstellerin Camille Keaton
      - Internationale Langfassung (HD)
      - Deutsche Kinofassung (HD)
      - Audiokommentar von Troy Howarth
      - Deutscher Trailer
      - Englischer Trailer
      - Interview mit Darsteller Fabio Testi (ca. 21 Min.)
      - Interview mit Produzent Fulvio Lucisano (ca. 11 Min.)
      - Interview mit Darstellerin Pilar Castel (ca. XX Min.)
      - Interview mit Darstellerin Karin Baal (ca. 14 Min.)
      - Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
      - ARTE-Dokumentation "German Grusel" über das Phänomen der Edgar-Wallace-Filme mit Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Karin Baal, Umberto Lenzi, Peter Thomas, Oliver Kalkofe u.a. (HD, ca. 58 Min.)
    • Ich hatte bereits die Hoffnung aufgegeben, noch einen außergewöhnlichen Giallo erleben zu können.
      Die grüne Stecknadel hat es geschafft!
      Ich verzeihe ihr auch den etwas lahmen Mittelteil. Die fehlenden Szenen der deutschen Kinofassung sind lächerlich. Größtenteils sind es Dialogszenen. Nacktansichten der Mädels sind ja okay. Bei der Sexrevolution der frühen 70er machte Deutschland gerne mit.

      10 von 10 grüne Fuchsberger