Dämonenbrut

    • Dämonenbrut



      Regie: Andreas Bethmann
      Länge: ca. 130 Min.
      Erscheinungsjahr: 2000
      Herstellungsland: Deutschland
      Freigabe: Ungeprüft

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      Dämonische Bertuccis in gory Palma Land

      Bekannt wurde Bethmann ungemein durch sein sehr spezielles, auf (S)exploitation ausgerichtetes Label X-Rated, welches sich unbekannten, teilweise sehr raren und aussergewöhnlichen Filmen annimmt. Seit Mitte der 90er releast Andreas Bethmann seine eigenen persönlichen Schätze, quasi als Fan für Fans und man kann gewiss behaupten, sollte man auch nicht so der D'Amato, Franco, Rollin und sonstige Schund ,- Schmodder ,- und 70er Trashhorrorfan sein, dass er seine Arbeit als DVD-Labelbetreiber natürlich mit ein paar kleineren Ausnahmen und Totalausfällen, bezüglich auf Remasterung und derweiteren exzellent umgesetzt hat. Er bescherte uns längst vergessene und in Deutschland mehr oder weniger verachtete Streifen wie Porno Holocaust und Caligula 2, nur mal zwei seines mittlerweile grossen Fundus an Billigschmodder, die wohl sonst niemand mit den Fingerspitzen berührt hätte. Auf der anderen Seite waren aber die desaströsen Makel an Rechtschreibung auf den doch sehr gut und liebevoll designeten Hartboxen, die zu allem Nachteil negativ auffielen und auch allzu sehr zeigten, was für Personen hinter diesen Veröffentlichungen stehen.

      Genauso unbeholfen, ohne dabei wirklich Mitwirkende in ihrem Geist an Intellekt und Schamgefühl angreifen zu wollen, fielen auch seine eigene produzierten Machwerke aus, in denen er als Regisseur tätig war. Bei solch gnadenlos trashigen Machwerken wie Weststadtmassaker und Tanz der Kürbisköpfe, die aus der Zeit der Jungmutationenecke entsprangen, konnte man schon erahnen oder erblicken, wie dilletantisch und selbstzweckhaft Filmemacher sind, die den Geist der 70er und 80er zuviel atmeten und mit all ihren Ambitionen versuchen was eigenes, sei das Talent noch so gering, zu entwerfen. Die ganzen so sehr gewollten Machwerke als hirnlose und prollige Schlachtplatten ab zutun, in denen bedauernswerte und vom Leben gelangweilte Obermachos Helden und Möchtegernslasherikonen versuchen zu mimen, wäre schlichtweg untertrieben, denn grenzdebiler ging es kaum und optische Schauwerte, sowie angestrebte Atmosphäre gab es dort nie.

      Ähnlich ergeht es auch Bethmanns etwas höher budgetierten Machwerk und sogar schon der sogenannte zweite Teil der Insel der Dämonen, bei dem man sogar öfters behauptet, es sei Bethmanns bestes Werk, welches genau in diese dämliche und langweilig-hohle Kerbe schlägt wie seine extrem miesen Anfangsfime, falls man das denn wirklich so nennen darf und sollte, ohne dabei Hirnschäden zu bekommen. Bethmann, mittlerweile ziemlich italienisch wie seine Vorbilder angehaucht, nennt sich liebevoll Bertucci und lässt mit seinem gelungenem Dämonenfilmkonzept alte Zeiten auferleben, in denen Fulci, D'Amato und Lamberto Bava gorige und freizügig splattrige und nackige Filmchen wie Woodoo, In der Gewalt der Zombies und Dance of the Demons bzw. Dämonen 1 &2 zum Besten gaben. Doch, obwohl seine Leidenschaft dafür, ob als Kenner und Pusher dieser Filme bezüglich seines Labels X-Rated, sind seine eigenen Versuche eher gewollter Art und das Seherlebnis fällt im Gegensatz zu den Vorbildern eher anstrengend, ermüdend und verdummend aus, zumal er seine Inszenierung ähnlich träge und epochal lange zur Schau stellt.

      Doch epochal träge muss nicht direkt Atmosphäreschaffend sein, denn auch wenn Bethmann minutenlang durch Küsten, - Wälder und Häuserschluchtengebiete filmt um etwas Stimmung aufkommen zu lassen, mag es nur allzu störend sein, wenn der Rest, also der eigentliche Grundkern der doch sehr platten Storyline allzu sprunghaft, dazu noch der miserable Schnitt, zusammenhanglos und unpassend geschieht.

      Da dümpelt man von der Anfangsszene auf einem vermeintlichen Frachter, auf dem sich eine nicht gerade ansehnliche Frau befriedigt zu einer Szenerie in einem Dorf, wo Möchtegerngangster in peinlichem Overacting ihre schlecht auswendig gelernten Phrasen zum Besten geben, um dann in billige Höllenwelten zu wechseln, wo die Verwandlung in Dämonen durch einen nach Fäkalien aussehnde Dämonenpenis beginnt. Gehängt sei der, der dabei nicht nur den Ablauf ziemlich hirnzermürbend findet. Ohne jede Intention und Kontinualität tut sich ein Gemenge aus versatzlosen Wechsel auf, in denen ab und an mal nackte Mösen gezeigt werden und schlecht geschminkte Dämonen mit Schweinegrunzen und Riesenhauern durch die schlecht ausgelichteten Wald,- Strand und Gemäuerkulissen hüpfen.

      Wirkliche Spannung tut sich da nie auf, denn im 0815 Negerleinprinzip werden die schrecklich unsymphatischen Möchtegernschauspieler zu Dämonen gesplattert, sodass es den Anschein hat, man hätte den Film nur gedreht, um billige Splattereffekte üben zu können. Allzu auswechselbar verläuft der Rest der Choose, den man in seiner monströsen Monotonie auch locker in gut der Hälfte hätte präsentieren können, denn das Finale ufert eh in chaotischer Dämonenschnetzelei, in der dann Tauberts umso blöderer Bundeswehrarmee noch mehr blamieren darf. Dort kommen dann allerhöchstens total abgestumpfte Gorehounds auf ihre Kosten, die Filme am Blutgehalt bewerten. Alle anderen schlafen dort ein oder wundern sich über soviel Schwachsinn akuter Gewaltanwendung ohne Innovation, Motivation und Inhalt.

      Man braucht nebenbei nicht erwähnen, dass man Dämonenbrut nicht allzu ernst nehmen sollte, aber wenn man schon versucht alten Vorbildern und Horrorgenies nachzueifern, dann muss man sich auch schon ein Konzept ausdenken. Aber hier wechselt man von möchtegernphilosophischen Szenen zu idyllischem Urlaubsvideo zu Non-stop-Splatter, Hardcore und einfältigem Dämonenhorror, alles abwechselnd und total unpassend unterlegt mit rockigen, esoterischen, technolastigen und metallischen Klängen.

      Fazit:
      Wieder einmal der Beweis wie miserabel Amateurfilmer ihre Ideen abspulen und nur in Chaos enden. Peinlich, billig, pottenprollig und hauptsache blutig verkommt der Kasperkäse zum einfältigen Marathon an schlechtem Schauspiel und schlechten Goreeffekten. Gehirnschäden und Langeweile inklusive.

      Nur für Hardgorehounds, die vor nichts zurückschrecken und auch bei Schnaas und Taubert ihren Spass haben.

      (2/10)
    • Technisch besser sicherlich nicht unbedingt, aber routinierter, nicht so chaotisch und eher einem Film mit normaler Storyline nahe...

      PS: Wer die DVD zu Dämonenbrut mag, kann mich gerne kontaktieren.
    • Original von Harry Warden:

      Original von Logge1002:

      Also Schnaas ist 10 mal besser als Bethman!!
      !


      Boah. Und der ist ja schon sauschlecht und untalentiert !
      Wie schlecht kann man denn noch sein ???? :prop:


      Sehe ich mir "Tanz der Kürbisküpfe" an, dann bemerke ich jedoch ein wesentlich besseres Gesamtergebnis als das von "Zombie 90" oder "Violent Shit". Die Bethmann und Buttgereit-Sachen stehen für mich weit über dem sonstigen Amateur-Kram.
    • Ich nutze die Gelegenheit mal um meine kleine, aber feine Dämonenbrut-Sammlung zu zeigen! Auch wenn viele den Film net mögen, hat er in einer gewissen Art und Weise im Amateurbereich seine Daseinsberechtigung! :D