Der Hund von Blackwood Castle

    • Der Hund von Blackwood Castle




      Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland
      Produktion: Horst Wendlandt
      Erscheinungsjahr: 1968
      Regie: Alfred Vohrer
      Drehbuch: Alex Berg
      Kamera: Karl Löb
      Schnitt: Jutta Hering
      Musik: Peter Thomas
      Länge: ca. 92 Minuten
      Freigabe: FSK 12

      Darsteller:
      Heinz Drache: Humphrey Connery
      Karin Baal: Jane Wilson
      Siegfried Schürenberg: Sir John
      Horst Tappert: Douglas Fairbanks
      Agnes Windeck: Lady Agathy Beverton
      Ilse Pagé: Miss Finley
      Mady Rahl: Catherine Wilson
      Uta Levka: Dorothy Cornick
      Hans Söhnker: Robert Jackson
      Otto Stern: Kapitän
      Alexander Engel: Doc Adams
      Tilo von Berlepsch: Lord Henry Beverton
      Harry Wüstenhagen: Ken Nelson
      Kurd Pieritz: Edward Baldwin
      Arthur Binder: Grimsby
      Rainer Brandt: Tom Heyes
      Kurt Waitzmann: Dr. Sheppard
      Paul Berger: Hausknecht Jameson


      Jane erbt, nach dem Ableben ihres Vaters, das Anwesen Blackwood Castle. Der anwesende Anwalt rät ihr zum Verkauf, welchen sie umgehend ablehnt. Es tauchen nach und nach immer mehr Fremde auf, die an dem Schloss interessiert sind, dass diese später auf mysteriöse Art und Weise zu Tode kommen, zwingt Scotland Yard zu Ermittlungen, in denen massig Verdächtige verstrickt sind.

      Die 25. Wallace Verfilmung der Nachkriegszeit, ist ein Beitrag der sich zum Teil an Wallace orientiert und weiterhin an Arthur Conan Doyles, Der Hund von Baskerville. Eine Produktion, die neben einem schaurig schönen Ambiente, mit Nebelschwaden und alten Gemäuern, auch eine gehörige Portion Humor zu bieten hat. Eine Art Humor, der für machen übertrieben, aber für den geeigneten Zuschauer, absolut unterhaltsam ist. Für diesen Sachverhalt sorgen die ein oder anderen Darsteller und ihre manchmal beeindrucken Dialoge.

      "Habt ihr nicht auch einen Hund gehört?"
      "Einen Hund?"
      "Du hörst doch, was ich sage. Ich sagte einen Hund."
      "Ich hörte keinen Hund."
      "Dann kann es nur daran liegen, dass du schwerhörig bist!"
      "Und Sie, Doc?"
      "Nein, Mylady, auch ich habe keinen Hund gehört."
      "Dann hat Sie der Whisky taub gemacht. Es war ein... ein unheimliches Heulen... und kam direkt von Blackwood Castle herüber.

      Einfach nur herrlich. Agnes Windeck als Lady Agathy Beverton, Gott habe sie seelig. Eine Art Humor, angesiedelt zwischen schwarzer, englischer Kost und dem Wirken des Hamburger Ohnsorg Theater. Ein Hauch der Ödipuss-Scrabble-Mentalität. Großartig.

      Heinz Drache haut auch einen absoluten Brüller raus, im Stile von: „Ich ging spazieren und bin nun hier und oho dort liegt eine Leiche.“ Während er dieses ähnliche Zitat von sich gibt, betritt er unangemeldet das Schloss. Eine Eigenschaft, die fast Jeder in diesem Film mit sich bringt. Ständig taucht jemand neues in Schloss auf und vereinzelnd nicht nur durch die Haustür. Allerdings ist den Personen im weiteren Verlauf auch schon der Tod gewiss.

      Host Tappert wirkt als Douglas Fairbanks, alles andere als kühl und überlegt. Er ist ein nervöser Hektiker, der mit jeder kleinen Situation überfordert ist. Weit entfernt von einem Oberinspektor Stephan Derrick. Aber auch dieser schauspielerische Part bereitet einiges an Vergnügen. Eben, Vergnügen… und wo bleibt das eigentliche Element, der Spannungsfaktor? Nun, dieser ist durchaus vorhanden, die Story ist gut angelegt und birgt eine akzeptable, wenn auch absehbare Lösung. Allerdings ist, der eigentliche Spannungsmoment eher rar gesät und unterwirft sich eher dem unterkühlten schwarzen und dem ebenfalls vorhandenen, eher ungewollten Humor. Wem so etwas gefällt, der wird sich köstlich amüsieren.


      7/10