Vase de Noces

    • Original von Weißherbst:

      Bezeichnet ihr jeden Schund als Kunst, der irgendwie durch Abartigkeiten versucht angeblich eine ganz besonders tiefgreifende Botschaft zu vermitteln? Ich glaube, ihr intepretiert in solche Filme immer viel zu viel. Pseudointelektueller, kranker Bullshit, mehr nicht. Diese ganzen sogenannten experimentellen Kunstfilme sind doch nicht mehr als verwirrte Ergüsse von kranken Eigenbrödlern, die sich Regisseure nennen.


      Kennt du die Regisseur denn persönlich? Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, sonst würdest du derartiges sicherlich nicht behaupten.

      Alles ist Kunst, da es bei Filmen wie Vase de Noces keine reguläre Handlung und keinen klassischen Spannungsbogen gibt, wird nun auf den Kunstaspekt im Speziellen hingewiesen. Ob man einen Film nun von der Beschreibung her krank findet sollte darauf keinerlei Einfluss haben.
    • Ein sehr verstörender, nachdenklich stimmender Film, der einen sicher nicht kalt lassen wird. Man muss sich drauf einlassen, aber aufgrund der Geschichte dürfte das dem ein oder anderen sicher schwer fallen. Ein kleines Meisterwerk das seinesgleichen sucht und das mir sicher noch ein bissel im Kopf herumschwirren wird.
      Einsamkeit, Trostlosigkeit, Tod, Ekel, Wahnsinn - alles vorhanden in Bildern und Szenen die ich so vorher noch nie gesehen habe.
      Sehr wirkungsvoll und keine leichte Kost. [film]9[/film]
    • Freut mich das er dir gefallen hat Doc :)

      Unsere Filmgeschmäcker sind wohl wirklich sehr ähnlich, wenn dir jetzt noch Visions gefällt wäre es der Hammer :6:
    • lolp omg. hab mir das teil vorhin mal gegeben und den kauf bereut. hoffe das ich den noch zu nem anständigen preis wieder loswerde.

      fands einfach nur langweilig, schon nach kurzer zeit musste ich spulen. hab mir denn nochmal die kapitelbezeichnungen angeschaut: eat shit, eat vomit usw. habens mir denn nochmal gezeigt. war echt nichts für mich. ein typ allein auf nem bauernhof mit seinen tieren und exkrementen ist echt alles andere als unterhaltung für mich. da guck ich doch lieber bauer sucht frau. lolp das ganze mal gesehen zu haben reicht mir. was bleibt ist für mich gleich null und würde ich nicht unbedingt nochmal sehen wollen und ganz sicher nicht wegen den paar kranken szenen. hab da besseres zu gucken.
    • da guck ich doch lieber bauer sucht frau.


      Das hingegen würde ich nie schauen und empfinde ich als niveauloser, unnötiger & perverser als manch Szene aus Vase de Noces...


    • Dieser Streifen ist sicherlich nicht jeder Mann/Frau sein Ding, mir persönlich hat er gefallen.

      Die Story um einen einsam, isoliert lebenden Mann auf einen herunter gekommenen Gutshof und seinen Tieren wird nur mit SW Bildern und einem doch recht stimmungsvollen Score erzählt. Was dem Betrachter schnell auffällt, gerade die Beziehung zu seinem Schwein ist sonderbar und abartig, ja sogar grotesk und pervers.
      Schildert aber auch dass jeder Mensch eine gewisse Zuneigung erhofft und braucht auch wenn sie nur von einem Tier kommt. Das der Mensch aber auch so weit geht Sex mit dem Tier zu haben ist schlicht und einfach nur strange und abartig.
      Zu guter letzt treibt ihn die Isolation sogar soweit sich selbst wie ein Schwein zu benehmen und seine eigenen Exkremente zu essen und sich darin zu suhlen (da wird mir noch immer schlecht bei, wenn ich es nur schreibe). Definitiv krank, aber in einer guten Bildsprache erzählt.

      Der einzige Darsteller macht einen echt guten Job, denn es war sicherlich nicht leicht die ein oder andere Szene zu drehen. Respekt.

      Es gibt im Film überhaupt keine Dialoge oder ein gesprochenes Wort, dies macht ihn aber hin und wieder etwas zäh und viele werden denn Film dadurch als Langweilig empfinden, kann ich verstehen und auch nachvollziehen. Denn wer mit solch kontroversen Filmen rein gar nichts anfangen kann wird hier auch mal schnell 0-3 Punkte vergeben, wer aber gefallen daran hat sich mal etwas andere Filme anzusehen wird auf eine Gewisse art begeistert sein.

      Mich konnte er mit reißen und überzeugen, trotz des Ekelthemas.

      Vergebe sehr gute

      [film]9[/film]
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    • So, nachdem ich den Film seit circa 4 Jahren sehen wollte, war es heute endlich soweit.
      Ich sag's mal so: ich hab mehr bekommen als ich erwartet hätte und wurde dann doch enttäuscht. Die Machart des Filmes ist interessant und gerade der Wechsel zwischen starren Aufnahmen und voyeuristisch wirkenden Close-Ups ist sehr interessant - das Gleiche gilt auch für die Musik und Soundkulisse, die absolut gelungen ist.

      Aussagen sind in diesem Film leicht zu finden und ich glaube wirklich, dass man noch mehr entdecken könnte, würde man sich ausreichend damit beschäftigen - aber das möchte ich nicht. Und genau an der Stelle versagt für mich der Streifen, da ich, anders als bei meinem Liebling "Melancholie der Engel", hier nicht das Bedürfnis habe, den Film mehrfach zu sehen, mir gezielt Notizen zu machen oder auf jedes Detail zu achten und Metaphern zu deuten.
      Vase De Noces wird nach den ersten, verdammt stimmungsvollen und interessanten 20 Minuten, zu einer reinen Obskuritäten Schau, der man nur noch oberflächlich folgt. So sehr ich anfangs bemüht war, mich in die Sache hineinzuversetzen, so schnell fiebert man schlussendlich den kontroversen Szenen entgegen. Einfach mit dem Gedanken: hoffentlich passiert dann mal etwas. Und sobald die Szenen kommen, die für Aufruhr gesorgt haben, stellt man fest, dass diese in anderen Filmen schon wesentlich wirkungsvoller und böser inszeniert wurden als hier ... völlig unabhängig davon, dass "Vase de Noces" Jahre vor den Filmen entstand, die mir spontan als Referrenz einfallen.

      Der Streifen ist Kunst - eindeutig. Und er trifft gewisse Aussagen und weiß durch seine Machart, sowie seine nahezu einzigartige Stimmung definitiv zu überzeugen. Doch im Gegensatz zu anderen Extrem-/ Experimental-/ Sonstwasfilmen, die zwar meistens auch keine Unterhaltung in dem Sinne sind, zieht er einfach den Kürzeren. Ganz einfach deswegen, weil seine Kollegen im weiten Sinne es wenigstens Schaffen, dem Zuschauer mitten ein paar ins Gesicht zu klatschen und ihm gewaltig den Tag zu versauen. Ist dsa Unterhaltung? Nein, definitiv nicht. Aber ich respektiere immerhin deren Wirkung.
      "Vase de Noces" hingegen nutzt sich nach 20 Minuten ab, bleibt dann zwar obskur - aber ohne jeden Effekt.
    • Der Trailer sieht sehr, sehr, sehr langweilig aus. Die Handlung klingt auch nicht viel besser. Ein Farmer zeugt mit seinem Schwein Kinder und bringt sie dann um, woraufhin das Schwein Suizid begeht. Vielleicht riskiere ich mal einen Blick.
      "Wer das Negative regelmäßig ausblendet, wird positiv krank." - Paul Mommertz
    • Der Film ist auch nicht jedermanns Sache, das verstehe ich durchaus. Aber was mich betrifft: Dieser Film mag auch bei Zuschauern Widerwillen und Ekel hervorrufen, so dass der Film mitunter einfach abgebrochen wird.
      Meiner Meinung nach sollte man diesen Film nicht nur nach den dargestellten Bildern beurteilen, sondern der Filmemacher arbeitete hier auch mit Symbolen, die mitunter tiefer ins Seelenleben des vereinsamten Bauern geht.
      Man sollte auch die Schauspielkunst des Darstellers beachten; denn es war sicher für ihn eine große Herausforderung!
      Sofern ein Film in die Metaebene geht, kann er auch bei einigen Zuschauern sehr anstrengend sein, dieses Teil bis zum Schluss durchzustehen...
      Ich finde diesen Film mit seiner ganzen Symbolik einfach gut produziert!
    • Ich habe ja nichts gegen Filme, die mit Symbolik arbeiten. Sonst hätte ich mir die ganzen Filme von Béla Tarr nie angeschaut. Jedoch kann ich bei diesen Streifen auf den ersten Blick keine tiefgehende Symbolik erkennen. Es sieht einfach unglaublich langweilig aus. Und so gut finde ich persönlich den einzigen Schauspieler nun auch wieder nicht. Das nicht jeder einfach so ein Schwein vergewaltigen kann ist klar, macht für mich jedoch noch keinen guten Schauspieler aus. Jedem seine Meinung, aber für mich ist das sicher nichts. Wenn ich den Film günstig bekommen sollte, werde ich ihn vielleicht kaufen, da Camera Obscura sehr gute Veröffentlichungen macht.
      "Wer das Negative regelmäßig ausblendet, wird positiv krank." - Paul Mommertz