Apocalypse Now

    • Apocalypse Now



      Produktionsland: USA
      Produktion: Kim Aubry, Francis Ford Coppola
      Erscheinungsjahr: 1979
      Regie: Francis Ford Coppola
      Drehbuch: Joseph Conrad (Roman: "Heart of Darkness"), John Milius, Francis Ford Coppola
      Kamera: Vittorio Storaro
      Schnitt: Lisa Fruchtman, Gerald B. Greenberg, Walter Murch
      Spezialeffekte: Joe Lombard, A.D. Flowers
      Budget: ca. 31.500.000$
      Musik: Carmine Coppola, Francis Ford Coppola
      Länge: ca. 194 Minuten (Redux Fassung)
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Marlon Brando, Robert Duvall, Martin Sheen, Frederic Forrest, Albert Hall, Sam Bottoms, Laurence Fishburne, Dennis Hopper, G.D. Spradlin, Harrison Ford, Jerry Ziesmer, Scott Glenn


      Inhalt:

      Auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges erhält der Militärpolizist Captain Willard einen waghalsigen Auftrag. Gemeinsam mit einer kleinen Truppe Soldaten begibt er sich in Richtung kambodschanische Grenze, um einen hochrangigen US-Militär, Colonel Kurtz, zu liquidieren. Kurtz, der sich mit einer folgsamen Einheit im Dschungel verschanzt hat, gehorcht keinerlei Militärbefehlen mehr und sorgt für Angst und Schrecken. Dem will Captain Willard nun ein Ende bereiten.

      Trailer:



      Kritik:

      Der Film beginnt mit einem richtig tollen Soundtrack von The Doors. Ein Film der so emotional schön beginnt kann doch gar nicht mehr verlieren oder? So sollte es auch kommen. Somit wird uns der Hauptdarsteller Martin Sheen vorgestellt, er ist mit seinen leuchtend schönen Augen nicht unbedingt eine Idealbesetzung für die Rolle eines erfahrenen US-Captains, der sich aufgrund der Erlebnisse gerade sein Kummer von der Seele säuft. Dafür ist er zu glatt. Es ist auch sein größter Film, ich glaub kein anderer Film würde mir mit Martin Sheen ansonsten gefallen können, er hat in jungen Jahren hier von den Leuchtaugen her durchaus Ähnlichkeiten mit Elijah Wood und die Schauspielleistung ist ansonsten ähnlich emotionslos. Der Rest vom Cast ist aber überzeugend, teils auch ziemlich freakig oder gar abgefahren witzig.


      Die Bilder des Kriegszenarios zwischen US Kräfte und den zähen Vietnamesen sind beeindruckend, insbesondere wie die Kamera die zerstörerischen Szenen einfängt ist Atem raubend. In der Kulisse zeichnet sich dann viel Leid ab und mordlüsterne US Soldaten verhalten sich sehr abgedreht, wo die Vietnamesen wie Vieh rüberkommen. Ja genau so wie die Kühe welche hier präsentiert werden, einen höheren stellenwert haben die Reisfresser nicht. Sie sind einfach nur zu beseitigen. Die Amerikaner kommen hier nicht wirklich gut weg, denn es wird keineswegs auf irgendeine Weise erklärt, wieso die US Kräfte in Vietnam Krieg führen. Nach spektakuläre Hubschrauberabstürze befinden wir uns nun in einem Nebenszenario, wo Martin Sheen einen gefährlichen Deserteur ausmachen soll und er schlittert mit seinen Trupp immer tiefer in das Dschungelgebiet wo das Szenario dabei immer brutaler wird. Es gibt sehr viele Leichen zu sehen, oft sind sie aufgehängt und an Pfahle festgemacht, dies gibt den Film einem fast unerträglichen Geschmack. Die widerliche Atmosphäre wird durch sehr viel Nebelschwaden der Nächte noch unheimlicher.

      Apocalypse Now entwickelt sich von einem Kriegsactionfilm hin zu einem reinen Drama, dass einen schwer verdaulichen Höllentrip offenbart. Die enorme Filmlänge von 3 Stunden ist nicht mal zu ausgedehnt, der Film hat nur ein überflüssiges und nichtssagendes, sogar richtig unpassendes Szenario mit den französisch Soldaten in einer Unterkunft parat, wo nur uninteressantes Zeug geschwafelt wird, wo ab Filmmitte mal die Luft ganz raus ist. Allerdings steht dann noch mit das Härteste im Finale bevor, dabei wird sogar eine lebendige Kuh gemeuchelt und die Kamera hält drauf. Zum Schluss gibt es keine richtige Auflösung, es ist nur verstörend und lässt Raum zum reininterpretieren. Zu einem Meisterwerk fehlt mir lediglich die Glaubwürdigkeit der Geschichte, dass hier vor allem am Ende ein amerikanischer Sensationsreporter im coolen Outfit mit seinem Fotoapparat im Dschungel aufgedreht fröhlich und ungestört umherlaufen kann und das mitten bei den gesetzlosen, sektenartigen Clan und dies zwischen zahlreichen Leichen, das ist totaler Käse. Witzig ist sicherlich, dass die Amerikaner so sehr an das Surfen denken und es mitten im Kriegsgebiet zelebrieren, aber dabei fühlt man sich nur wie in einer Satire und man weis nicht ob gelacht oder nur der Kopf geschüttelt werden soll. Wobei Coppola damit wohl auch nur die Sinnlosigkeit des Krieges aufzeigt. Allerdings passt dies nicht zum sehr ernsten Ton des restlichen Geschehens.

      Francis Ford Coppola hat mit Apocalypse Now unbestritten ein sehr außergewöhnliches Anti-Kriegs Drama erschaffen, dass verstörend aufzeigt, wie sinnlos der Krieg ist, ein Film den man gesehen haben sollte, auch wenn die Glaubwürdigkeit sehr grenzwertig ist.

      ..das Grauen, das Grauen..

      [film]8[/film]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Dance in the Dark TOP 66 to 100 Daily Topically (Spotify) join in with 4+/6
    • Mit Apokalypse Now hat Francis Ford Coppola wahrlich einen Verstörenden und doch völlig anderen Vietnam bez. Anti Kriegsfilm geschaffen. Der auf den Betrachter wie eine Art Drogenrausch wirkt. Allein schon die eröffnungs- Sequenz mit der Musik von The Doors macht eigentlich klar was ich meine.
      Dazu kommt der Helikopter angriff auf das Dorf mit dem oft zitierten Spruch „Ich liebe denn Geruch von Napalm am morgen“, dazu denn Durchgeknallten, Befehlsgeber der nur das Surfen im Kopf hat, setzt dem ganzen Szenario noch die Krone auf.
      Außerdem bekommt man in vielen Bildern die Sinnlosigkeit des Krieges aufgezeigt, ebenso wie manche Soldaten, aber auch Befehlgeber so langsam aber sicher dem Wahnsinn verfallen, wirklich beeindruckend und beängstigend. Dies schildert auch die endlos lange Bootsfahrt auf dem Fluss wieder, die immer mehr aufzeigt dass es höchst wahrscheinlich keine Rückkehr geben wird.
      Leider hat der Film in der Mitte einige längen, gerade das treffen mit denn französischen Kämpfern und denn dazugehörigen Aufenthalt in deren Haus, hätte man sich sparen können. Da dieser mit der eigentlichen Handlung in meinen Augen rein gar nichts zu tun hat, sondern eher Geschichtliche Aspekte beinhaltet, von daher unnötig.

      Die Darsteller sie wirklich erstklassig und tragen großen Anteil am gelingen dieses Kriegsdramas.

      Wirklich viele Kampfhandlungen bekommt man nicht geboten (außer besagte Helikopterszene), dies braucht der Film auch gar nicht denn er kann auch so beeindrucken.

      Mich konnte er fast über die gesamte Lauflänge fesseln und Unterhalten (wenn man bedenkt das die Reduxfassung knapp 200 min geht ist das wahrlich nicht Alltäglich).

      Zwar reicht es bei mir nicht für die volle Punktzahl aber
      [film]9[/film]
      hat dieses Werk verdient
      Zensur Ist Für´n A......!!

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    • Sorry aber ich konnte mit diesem hochgelobten Film noch nie richtig was anfangen.Ich fand ihn sehr schwer zugänglich und durch die angesprochenen Längen kam bei mir Langeweile auf.Das ganze mag zwar ein verstörend wirkend sollender Antikriegsfilm sein aber so richtig fesseln und in seinen Bann ziehen konnte er mich einfach nicht.
    • Zum ersten Mal habe ich den Film mit 17 Jahren gesehen und fand ihn langweilig. 10 Jahre später sah die Sache vollkommen anders aus und ich war begeistert. Mag jedoch sein, dass sich die Redux-Fassung in einigen Momenten für den ein oder anderen immer noch etwas langatmig wirkt. Dieses ist subjektives Empfinden.

      Allein der Start des Films, als Martin Sheen innerhalb des schäbigen Hotelzimmers ein versoffenes „Saigon“ von sich gibt, ist ein großartiger Start in ein traumatisches Kriegserlebnis. Dazu die unnachahmliche Stimme eines Jim Morrison. Der Soundtrack ist perfekt, der Film ebenfalls. Gefällt mir auch um einiges besser als der wirklich gute „Platoon“ von Oliver Stone.

      …und der Auftritt von Brando, erzeugt zumindest bei mir jedes Mal Begeisterung.



      [film]10[/film]
    • Original von sid.vicious:

      Zum ersten Mal habe ich den Film mit 17 Jahren gesehen und fand ihn langweilig. 10 Jahre später sah die Sache vollkommen anders aus und ich war begeistert. Mag jedoch sein, dass sich die Redux-Fassung in einigen Momenten für den ein oder anderen immer noch etwas langatmig wirkt. Dieses ist subjektives Empfinden.

      Allein der Start des Films, als Martin Sheen innerhalb des schäbigen Hotelzimmers ein versoffenes „Saigon“ von sich gibt, ist ein großartiger Start in ein traumatisches Kriegserlebnis. Dazu die unnachahmliche Stimme eines Jim Morrison. Der Soundtrack ist perfekt, der Film ebenfalls. Gefällt mir auch um einiges besser als der wirklich gute „Platoon“ von Oliver Stone.

      …und der Auftritt von Brando, erzeugt zumindest bei mir jedes Mal Begeisterung.



      [film]10[/film]


      Jop, kann ich nur unterschreiben. Beim ersten Sehen war ich auch nur mässig angetan. 15 Jahre später und ca. 15 Durchläufe mehr ist der Film mein unangefochtener Alltime-Favorite.

      Man merkt in jeder Szene dass das kein normaler Filmdreh war. Es gibt soviele Gänsehautszenen. "Der Ritt der Walküren", "Charlie Don't surf", "Do Lung bridge" etc.... Ein echter Trip wenn man sich drauf einlässt.

      Ich bevorzuge nach wie vor die alte Fassung. Wobei mich in der Redux bis auf die "Plantagensequenz" eigentlich nichts stört.

      Der Film wird in regelmäßigen Abständen immer mal wieder eingelegt. Gerne auch in Verbindung mit Southern Comfort on the rocks :10:.
    • Also abgesehen davon das Apokalypse Now ein unangefochtener Antikriegsfilm ist, kein anderer Film, welcher sich mit diesem Thema beschäftigt schildert das gesehene auf so eine erdrückende Art und Weise.

      Dennoch muss ich sagen, auch wenn das vllt. ein bisschen kleinlich rüber kommt, für mich ist dieser Film weder ein Kontroverser Experimenteller Film. Ich finde der passt hier irgendwie nicht rein. Okee klar der Film hat seine skandalwürdigen Szenen, aber wenn der in dieser Rubrik aufgenommen wird, müssten sehr viele andere dorthin auch noch verschoben würde..

      Möchte jetzt auch nicht das der woanders hin verschoben wird, würde nur gern wissen was ihm so Skandalverdächtig macht bzw. ob ich einfach irgendwelche Infos zum Film verpasst habe bzw. die mir entgangen sind..
    • Original von EvilEd:

      Also abgesehen davon das Apokalypse Now ein unangefochtener Antikriegsfilm ist, kein anderer Film, welcher sich mit diesem Thema beschäftigt schildert das gesehene auf so eine erdrückende Art und Weise.

      Dennoch muss ich sagen, auch wenn das vllt. ein bisschen kleinlich rüber kommt, für mich ist dieser Film weder ein Kontroverser Experimenteller Film. Ich finde der passt hier irgendwie nicht rein. Okee klar der Film hat seine skandalwürdigen Szenen, aber wenn der in dieser Rubrik aufgenommen wird, müssten sehr viele andere dorthin auch noch verschoben würde..

      Möchte jetzt auch nicht das der woanders hin verschoben wird, würde nur gern wissen was ihm so Skandalverdächtig macht bzw. ob ich einfach irgendwelche Infos zum Film verpasst habe bzw. die mir entgangen sind..


      Unsere oder meine Auswahl welcher Film als Kontrovers zu sehen ist und welcher nicht, mag nicht jedem passen, kann es auch nicht. Immerhin ist die Zusammenstellung besser als die von der Sammlung "Störkanal" :14:, was da alles mit aufgenommen wurde, hat mit Kontrovers tatsächlich nicht immer was zu tun, sondern ist 0-8-15. Apocalypse Now unterscheidet sich von typischen Kriegsfilmen wie Full Metal Jacket, Soldat James Ryan, Das Boot, Black Hawk Down bis hin zu Rambo in vielem. Apocalypse Now ist kein Unterhaltungs- & Blockbusterkino in dem Sinn sondern verstörend und kontrovers. Ebenfalls hab ich z.B. Black Swan oder Die Letzte Versuchung Christi zugeordnet. Filme die also nicht der Norm entsprechen. Am unpassensten dürfte noch Siegburg hier sein, den hab ich reingenommen, weil der Film Picco auch mit drin ist, mit selbigen Thema, der allerdings im Gegensatz zu Siegburg realistischer und schwer verdaulich wirkt. Die Zusammenstellung passt soweit, auch wenn ich viele Filme nicht kenne die z.B. Logge hier vorstellt, aber das darf natürlich auch jeder selbst entscheiden, zumindest wenn er aus meiner Sicht genug gesehen und Ahnung hat.

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Dance in the Dark TOP 66 to 100 Daily Topically (Spotify) join in with 4+/6
    • Produktionsland: USA
      Produktion: Kim Aubry, Francis Ford Coppola
      Erscheinungsjahr: 1979
      Regie: Francis Ford Coppola
      Drehbuch: Joseph Conrad (Roman: "Heart of Darkness"), John Milius, Francis Ford Coppola
      Kamera: Vittorio Storaro
      Schnitt: Lisa Fruchtman, Gerald B. Greenberg, Walter Murch
      Spezialeffekte: Joe Lombard, A.D. Flowers
      Budget: ca. 31.500.000$
      Musik: Carmine Coppola, Francis Ford Coppola
      Länge: ca. 194 Minuten (Redux Fassung)
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Marlon Brando, Robert Duvall, Martin Sheen, Frederic Forrest, Albert Hall, Sam Bottoms, Laurence Fishburne, Dennis Hopper, G.D. Spradlin, Harrison Ford, Jerry Ziesmer, Scott Glenn




      Vietnam 1969: Captain Willard erhält den Auftrag, Colonel Kurtz im Dschungel von Kambodscha aufzuspüren und ihn unschädlich zu machen. Colonel Kurtz hat sich dort eine Armee aus desertierten US-amerikanischen Soldaten und Montagnards aufgebaut, die ihn wie einen Gott verehren.

      Die sich überscheidenden Bilder des Vietnamkriegs bekommen ihre auditive Unterstützung von den Doors und Jim Morrisons unverkennbar, geniale Stimme läutet das Ende der Welt ein. Nachdem Morrisons Gesang mit einem Hall versehen langsam im Hintergrund verstummt, wird das Rotorengeräusch eines Hubschraubers zu dem des Deckenventilators und Captain Willard wird in seiner Trostlosigkeit und Einöde präsentiert. Ein depressives Bild das den Glauben an eine farbenreichere Zukunft verblassen lässt. Ein Captain der mit dem Leben bereits abgeschlossen hat und mit letzter Hoffnung auf einen Auftrag auf der Erde verweilt.

      Sich diese Bilder anzusehen ist ein reiner Genuss. Die Kunst des Kameraspiels und der Schnitttechnik lassen eine einzigartige Atmosphäre wieder spiegeln. Nun alle Momente aufzuzählen, die innerhalb von „Apocalypse now“ eine besondere Huldigung verdienen, würde einen ungemeinen Aufwand bedeuten. Denn das was Coppola hier Bildtechnisch vermittelt ist eine Genialität die massenhaft vorhanden ist



      Neben den brillanten Bildern, konzentriert sich der Film darauf eine genaue Zeichnung, sprich Darstellung der psychologischen Situation der Darsteller zu liefern. Der Zerreispunkt der Egozentrik, der nach seinem Eintreten eine Geisteskrankheit herbeiführen kann, ist einer der wichtigen Aspekte.

      Darsteller: Martin Sheen ist als Captain Willard ein glaubhafter Bezugspunkt. Seine Monologe haben es in sich und können ein Einbinden in die stattfindende Apokalypse leicht ermöglichen. Robert Duvall glänzt als Colonel Bill Kilgore. Ein vollkommen überzogener Charakter, dem der Krieg einfach Nichts anhaben kann. Kilgore ist auch der jenige der den Zuschauer in einigen Phasen aus der Tiefe des Nachdenkens heraus reissen bzw. ihn auflockern kann. Ein weiterer und sehr wichtiger Punkt ist der Part des Journalisten, der in exzellenter Weise von Dennis Hopper verkörpert wird. Ein Charakter der die Gräuel von Tod und Krieg mit einer Art Sarkasmus gepaart mit dem Irrsinn vermittelt. Marlon Brandos Auftritt als Colonel Kurtz, dessen Dialog mit Captain Willard und der abschließende Monolog kann zum Ende des Films gar fast Alles vorher Gehörte förmlich erschlagen.

      Fazit: „Apocalypse now“ ist nicht einer der Filme die über die Wirren und die Unmenschlichkeit des Kriegs philosophieren. „Apocalypse now“ ist DER Antikriegsfilm und nebenbei auch einer der besten Filme aller Zeiten. Denn dieses Werk zu toppen erscheint mir als ein schier unmögliches Unterfangen. Ohne Wenn und Aber: ein visuelles wie auch psychisches Meisterwerk.


      10/10
    • :6: :6: :6: :6:

      "Il Grande Sid Vicious" :prop:

      Sehr schönes Review. Kann ich so voll und ganz unterschreiben.

      Einer der ganz ganz wenigen Filme welche für mich beim wiederholten Schauen immer noch besser werden.
      Damals mit 18 Jahren (gefangen in der Welle der Zombie und Splatter-Filme um Friedhof, Woodoo, Glockenseil, Großangriff, etc...) konnte ich dem Film nur wenig abgewinnen und er landete bei gut gemeinten 7/10. Doch bereits die nächste Sichtung ca. 10 Jahre später hatte es in sich. Ich war wie weggeblasen und absolut gebannt von dem was dort auf dem Bildschirm passierte. Inwischen ist Apocalypse Now mein absoluter Lieblingsfilm und wird wohl so schnell auch nicht mehr vom Thron gestoßen.
      Wie ein unwirklicher langer Trip wirkt das Ganze der einen von Beginn an packt und nicht mehr loslässt.
      Alle Kultszenen zu erwähnen wäre zuviel des Guten und doch hat es mir beonders die "Do Lung-Bridge"-Sequenz sehr angetan. Sie zeigt auch ohne drastische und blutige Bilder so eindrucksvoll wie kein anderer Film wie sinnlos der Krieg ist... absolut bedrückende Sequenz.

      @Sid
      Bevorzugst du die Redux-Version oder die ursprüngliche Fassung?

      Müsste ich mich entscheiden würde ich die ursprüngliche Fassung wählen, auch wenn mir bis auf die Plantagen-Sequenz die Redux besser gefällt. Aber diese Sequenz find ich bislang noch nicht so ganz rund im Film bzw. einfach zu lang und wenig aussagekräftig.

      Was bleibt mir da zu sagen 12/10 :0:

      [film]10[/film]

      Ups, ich seh grad ich hab zu dem Film schon mal meine Meinung gepostet. Naja egal... man kann die Genialität des Streifens nicht oft genug würdigen. lol
    • Ich bin Fan von der ursprünglichen Fassung :3:
    • Dazu kann man auch noch Roger Ebert (Filmkritikerlegende) zitieren:

      "Longer or shorter, redux or not, Apocalypse Now is one of the central events of my life as a filmgoer."
    • Habe mir jetzt zuerst mal die normale Fassung angesehen, wollte nicht sofort mit der Redux Fassung anfangen,
      werde diese aber noch nachholen.
      Ich muss sagen: Wow!
      Weiß gar nicht so recht wo ich genau anfangen soll.

      Der Film wird eingeleitet und begleitet durch die Erzählerstimme von dem Protagonisten Willard.
      Dieses Stilmittel ist häufig nur nebensächlich, funktioniert hier aber wirklich sehr gut, da einfach hammermäßige Zitate gebracht werden.

      Die Story fand ich echt gelungen. Von Anfang an wollte ich erfahren, was es mit diesem Kurtz auf sich hat und wie es denn nun ausgeht. Da entwickelt sich der Film von einem Kriegsfilm zu einem Antikriegsfilmdrama, wie ich es noch nicht gesehen habe - sehr fein gemacht :8:.

      Apocalypse Now hat viele epische Wiedererkennungsmomente, auf der einen Seite Zitate und Momente,
      auf der anderen fantastische Kriegsaufnahmen, die auf der Blu Ray auch schön zur Geltung kommen.



      Das Ende war sehr ungewöhnlich und ließ Raum zum Interpretieren, nur schade, dass ich ihn alleine angesehen habe
      und jetzt mit keinem drüber reden kann :13:.

      Insgesamt ist Apocalypse Now ein zeitloses kleines Meisterwerk in diesem Genre, den man sein Alter keineswegs anmerkt, da er technisch einwandfrei ist. Außerdem bietet er großes Kino durch fantastische Aufnahmenund durch seine Momente, egal ob spannend, traurig oder episch.

      [film]8[/film]
    • Apocalypse Now
      (Apocalypse Now)
      mit Marlon Brando, Martin Sheen, Robert Duvall, Frederic Forrest, Sam Bottoms, Laurence Fishburne, Albert Hall, Harrison Ford, Dennis Hopper, G.D. Spradlin, Jerry Ziesmer, Scott Glenn, Bo Byers, James Keane
      Regie: Francis Ford Coppola
      Drehbuch: John Milius / Francis Ford Coppola
      Kamera: Vittorio Storaro
      Musik: Carmine Coppola / Francis Ford Coppola
      FSK 16
      USA / 1979

      Mitten im Wahnsinn des Vietnamkrieges erhält Captain Willard den Auftrag für eine waghalsige Mission: Er soll sich mit einer Hand voll Soldaten zum Lager des sadistischen Colonel Kurtz im kambodschanischen Dschungel durchschlagen. Der brutale Kurtz lässt sich nicht mehr von der Militärführung kontrollieren und richtet von seinem Hauptquatier aus ein unglaubliches Blutbad nach dem anderen an. Willard hat den ausdrücklichen Befehl, den Sadisten zu liquidieren. Auf ihrem Weg begegnet die Truppe dem sonderbaren Colonel Kilgore, der seine Hubschrauberpiloten ihre Attacken zu den Klängen der "Walküre" fliegen lässt. Je tiefer das amerikanische Boot in den Dschungel eindringt, desto blanker liegen die Nerven der Besatzung. Ihre Mission führt die fünf Soldaten geradewegs in die Abgründe der menschlichen Seele...


      Francis Ford Coppola hat einem ja wirklich so manchen außergewöhnlich guten Film serviert und gerade sein "Apocalypse Now" wird von den meisten Leuten als absolutes Meisterwerk angesehen, das dem Zuschauer auf eine eher ungewöhnliche Weise die Schrecken des Vietnam-Krieges aufzeigt. Nun muss man diese Sichtweise definitiv akzeptieren, darf jedoch durchaus anderer Meinung sein, was bei der vorliegenden Geschichte meiner Meinung nach auf keinen Fall ein Wunder ist, denn die hier ins Bild gesetzten Ereignisse treffen doch längst nicht alle Geschmäcker. Zugegebenermaßen sollte man dem Werk eine gewisse Bildgewalt attestieren und das Szenario beinhaltet auch jede Menge philosophische Ansätze, die den Film in meinen Augen aber auch nicht gerade besser machen. Man sollte jedoch von der ersten Minute darauf eingestellt sein, das sich hier auf gar keinen Fall ein Kriegsfilm im üblichen Sinne offenbart, vielmehr erscheint es größtenteils so, als wenn Coppola das Gehirn des Zuschauers mit seinem bizarren Szenario irgendwie weich kochen will und streckenweise weiß man so gar nicht, was man mit den präsentierten Bildern denn nun anfangen soll. Der Wahnsinn des Krieges soll hier herausgestellt werden und ehrlich gesagt gelingt das sogar sehr gut. Nun sollte man aber auch zwischen der alten Kinoversion und der hier besprochenen Redux-Variante des Werkes unterscheiden, die immerhin fast 50 Minuten mehr Laufzeit beinhaltet. Beinhaltete die alte Version schon diverse Längen, so kann man sich ganz bestimmt gut vorstellen, das die 194 Minuten Variante größtenteils eine echte Quälerei ist. Ganz ehrlich gesagt kann ich persönlich mich weder mit dem kurzen noch mit dem längeren Szenario anfreunden, doch was sich einem in der hier besprochenen Fassung präsentiert, ist an Langeweile nur schwerlich zu überbieten.

      Es mag ja durchaus in Ordnung sein, das viele Leute in diesem Film eine Genialität erkennen die sich anderen Leuten eventuell verschließt, doch auch die ganzen moralischen Anprangerungen und philosophischen Gedankenansätze können kaum darüber hinwegtäuschen, das man mit einer quälend lang erscheinenden Suche nach einem Mann konfrontiert wird, die lediglich einige skurril erscheinende Passagen als Höhepunkte beinhaltet, die man ehrlich gesagt noch nicht einmal für voll nehmen kann. Da werden mitten im Kugelhagel auf einmal Surfbretter ausgepackt und der Krieg wird zum Nebenschauplatz, was zwar sicherlich den Wahnsinn in den Vordergrund stellt, aber irgendwie so dermaßen unglaubwürdig erscheint, das man nur die Hände über dem Kopf zusammen schlagen kann. Dabei handelt es sich an dieser Stelle lediglich um ein exemplarisches Beispiel für jede Menge Nonsens, die dieses ach so hoch gelobte Meisterwerk beinhaltet. Wären da nicht die zugegebenermaßen teilweise wirklich beeindruckenden Bilder, dann könnte man sogar von einem echten Totalausfall sprechen, denn man sollte sich schon selbst in einer Art Drogenrausch befinden, um diesem unsäglichen Langeweiler etwas abgewinnen zu können. Manch einer mag mich nun als Kunstbanausen ansehen der nicht viel von echter Filmkunst versteht, doch ehrlich gesagt frage ich mich unentwegt, was den so eindrucksvoll und einzigartig an diesem Film sein soll, der meiner persönlichen Meinung nach stellenweise absolut unrealistisch erscheint und durch irgendwelche hochtrabenden Andeutungen als Kunstwerk verkleidet wird.

      Geschlagene zweieinhalb Stunden begleitet man einige Männer auf einem Boot die den Auftrag haben einen ihrer Landsleute zu töten, wobei dann das Aufeinandertreffen der Hauptfiguren, das hier so sehnsüchtig erwartet wird nicht mehr als ein laues Lüftchen darstellt. Hatte man zuvor noch die Hoffnung gehegt, das "Apocalypse Now" zumindest mit einem furiosen Showdown aufwartet, so wird man gerade an diesem Punkt der Ereignisse am meisten enttäuscht. Zugegeben, reißerische Action hätte den Eindruck des bisherigen Ablaufes noch schlechter dastehen lassen und vollkommen unpassend gewirkt, doch insbesondere der Auftritt von Marlon Brando entpuppt sich als größte Schwachstelle eines Werkes, das weder Fisch noch Fleisch darstellt. Das ich mich mit meiner Sichtweise weit aus dem Fenster lehne ist klar, jedoch konnte mich das größtenteils bizarre Geschehen zu keiner Zeit fesseln und schon gar nicht begeistern, vielmehr präsentiert Coppola eine Geschichte, die zwar durchaus gute Ansätze beinhaltet, die aber durch die an etlichen Stellen künstlich wirkende Umsetzung fast schon lächerlich daher kommt. Die von vielen Leuten nur zu oft beschriebene Faszination dieses Filmes hat sich mir in keiner Phase erschlossen und so werde ich mich wohl niemals wirklich mit diesem komischen Werk anfreunden können, das aus unerfindlichen Gründen als Meisterwerk bezeichnet wird, was aber viel zu hoch gegriffen ist.

      Nun sind die Geschmäcker aber Gott sei dank verschieden, doch "Apocalypse Now"hinterlässt neben einem weich gekochten Gehirn ansonsten lediglich Langeweile. Wer auf längere Bootsfahrten und durchgeknallte Charaktere steht wird sicherlich seine Freude haben, aber sonst beinhaltet die Geschichte eher herzlich wenig, was auch nur annähernd erwähnenswert wäre. Wenn man sich den Film denn überhaupt anschauen will sollte man allerdings definitiv zur kürzeren Variante greifen, in der die langatmigen Passagen sich noch in einem etwas überschaubaren Rahmen bewegen, die Langeweile aber dennoch oft genug zum Vorschein kommt. Sorry Mr. Coppola, aber diesen Drogen-Trip hätte man sich auch sparen können, denn bis auf die musikalisch ansprechende Eröffnungs-Sequenz (This is the End) konnte ich kaum nennenswerte Höhepunkte erkennen.


      Fazit:


      Der Wahnsinn steht in dieser Geschichte ganz eindeutig im Mittelpunkt, wobei sich einem aber oft genug die Frage stellt, worin dieser denn eigentlich besteht. Ist es der Schrecken des Krieges oder die unglaublich zermürbende-und langatmige Erzählweise einer Story, die zwar mit etlichen bekannten Darstellern gespickt ist aber keinesfalls die Genialität erkennen lässt, die manch einer in ihr sehen will.


      [film]4[/film]
      Big Brother is watching you
    • Am 15. Juli 2019 kommt der Final Cut auch in Deutsche Kinos, etwa 50 Minuten wird dieser länger sein als die jetzige.
      Im Spätsommer 2019 erscheint er als auf 4K-UHD-Blu-ray, Blu-ray und DVD.

      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • 4K Fassung
      Studio: STUDIOCANAL
      Erscheinungstermin: 24. Oktober 2019


      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Dance in the Dark TOP 66 to 100 Daily Topically (Spotify) join in with 4+/6
    • Die UHD mit Atmos Sound ist einfach die beste Version von Apocalypse Now. Gehört in jede Heimkinosammlung. Bin absolut begeistert. Habe mir das Steelbook geholt. Erstmalig sind auch die Dialoge richtig klar und kräftig. Das 4K Bild überzeugt auch voll und ganz.



      [film]10[/film]
    • Robert Duvall ist einfach umwerfend in seiner Rolle, wenn Krieg zum Wahnsinn wird (was wohl als Front Soldat nicht ausbleibt), wie soll man dann ja je wieder in den Alltag zurück kehren können?



      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • sid.vicious schrieb:

      Zum ersten Mal habe ich den Film mit 17 Jahren gesehen und fand ihn langweilig. 10 Jahre später sah die Sache vollkommen anders aus und ich war begeistert. Mag jedoch sein, dass sich die Redux-Fassung in einigen Momenten für den ein oder anderen immer noch etwas langatmig wirkt. Dieses ist subjektives Empfinden.

      Allein der Start des Films, als Martin Sheen innerhalb des schäbigen Hotelzimmers ein versoffenes „Saigon“ von sich gibt, ist ein großartiger Start in ein traumatisches Kriegserlebnis. Dazu die unnachahmliche Stimme eines Jim Morrison. Der Soundtrack ist perfekt, der Film ebenfalls. Gefällt mir auch um einiges besser als der wirklich gute „Platoon“ von Oliver Stone.

      …und der Auftritt von Brando, erzeugt zumindest bei mir jedes Mal Begeisterung.



      [film]10[/film]

      Ich habe das genauso gesehen.
      Als Kind der Ramdo, Missing in Aktion Zeit war er mir zu langweilig.
      Platoon fand ich damals besser, weil es mir eigentlich gefiel wenn viele Kugeln flogen
      Jetzt sehe ich den Film mit anderen Augen und finde ihn grandios, er zeigt ein verstörendes Bild das Krieges ohne wirklich viel Krieg zu zeigen.
    • Im RITUAL UND VERFÜHRUNG-Buch ist ein großartiger Text (DIE RÜCKKEHR ZUM MYTHOS) im Kontext von Malediction, in dem Stigl APOCALYPSE NOW analysiert.
    • Hallo liebe Nightstalker,

      der Film beruht auf den famosen Roman von J . Konrad . "Das Herz der Finsternis". Müsst ihr lesen. Ein Handlungsreisender wird von seiner Gesellschaft den Kongo hinauf gesandt, um sich um eine
      Elfenbeinsiedlung zu kümmern. Der Verwalter der Siedlung bedarf einer Ansprache ..)) Je länger die Flussfahrt dauert, umso archaischer , finsterer, wie auch immer, wirkt der Dschungel..))
      Die einheimischen Bewohner haben den Wert von Statisten, die jederzeit ausgetauscht werden können. Elfenbein war Gold damals..

      Das Buch ist toll und eine Empfehlung wert !!

      Ich liebe den Film.

      Wünsche Euch ein schönes Wochenende , auch ohne den Geruch von Napalm am Morgen.

      Gruß Klaus