Der Schatz im Silbersee

    • Der Schatz im Silbersee



      Produktionsland: Bundesrepublik Deutschland, Jugoslawien, Frankreich
      Produktion: Erwin Gitt, Zvonko Kovacic, Horst Wendlandt
      Erscheinungsjahr: 1962
      Regie: Harald Reinl
      Drehbuch: Karl May (Roman), Harald G. Petersson
      Kamera: Ernst W. Kalinke
      Schnitt: Hermann Haller
      Spezialeffekte:
      Budget: ca. 3,5 Mio. DM
      Musik: Martin Böttcher
      Länge: ca. 111 Minuten
      Freigabe: FSK 6
      Darsteller:
      Lex Barker: Old Shatterhand
      Pierre Brice: Winnetou
      Götz George: Fred Engel
      Herbert Lom: Colonel Brinkley
      Karin Dor: Ellen Patterson
      Eddi Arent: Lord Castlepool
      Marianne Hoppe: Mrs. Butler
      Ralf Wolter: Sam Hawkens
      Mirko Boman: Gunstick Uncle
      Sima Janiijevic, Jan Sid: Patterson
      Jozo Kovacevic: Großer Wolf
      Slobodan Dimitrijevic: Rollender Donner
      Branco Špoljar: Doc Jefferson Hartley
      Ilija Ivezic: Hilton
      Vladimir Medar: Saloonwirt
      Sime Jagarinec: Osagen-Häuptling






      Der erste Karl-May-Western kam 1962 in die Kinos und bescherte den Produzenten einen Riesenerfolg. Die Einnahmen waren fast doppelt so hoch wie die Kosten und das damalige Publikum fand etwas Neues an dem man sich orientieren konnte. Winnetou 1 folgte ein Jahr später und sorgte für gleiche Begeisterung beim Publikum.

      Was man anmerken muss und was dem geschulten Karl May Fan sofort auffallen wird bzw. aufgefallen ist, dass Harald G. Petersson sein Drehbuch im Vergleich zum Roman doch um Einiges geändert hat.

      Charaktere:
      „…und dieser Held der vor mir steht ist Gunstik Uncle der Prärie Poet.“ so frönt Marianne Hoppe in der Rolle der Mrs. Buttler ihre Begrüßung als die ruhmreiche Reiterschaft: Sam Hawkins, Old Shatterhand und Mirko Boman als Gunstik Uncle vor ihr steht. Dem wirft Gunstik Uncle ein „Wenn eine schöne Frau mich lobt, Freude in meinem Busen tobt.“ zurück, welches wiederum durch Marianne Hoppe mit den Worten „…und will auf Ruhm verzichten und höre auf zu dichten“, vollendet wird. Irgendwann hört er dann auch auf zu dichten verabschiedet sich von der Slapstick-Bildfläche, die dann von Eddie Arent in Beschlag genommen wird.

      Typisch für einen Teutonen-Western oder für typisch Harald Reinl? immer wieder einen dieser Scherzkekse durch das Bild holpern zu lassen. Ralf Wolter als Sam Hawkins und eine große Schar an ziemlich unterbelichteten Tramps sind auch jederzeit im Begriff, den freiwilligen und den unfreiwilligen Humor an das Publikum zu vermittelt.

      Irgendwie muss Harald Reinl schon einen gewissen Faible für Eddie Arent gehabt haben, da Reinl auch in den Wallace-Verfilmungen „Die Bande des Schreckens“ „Der grüne Bogenschütze“ und „Der Fälscher von London“ mit Arent zusammen arbeitete. Zwar ist Eddie Arents Penetranz innerhalb „Der Schatz im Silbersee“ nicht so derbe wie in „Der grüne Bogenschütze“ aber manchmal fragt man sich schon, was er eigentlich in diesem Karl May Western zu suchen hat. Schlaue Köpfe könnten nun sagen, die Rolle sei ein Pendant zu Mose Harper innerhalb John Fords „The Searchers“, sie könnten es allerdings auch sein lassen.

      Götz George versucht in der Rolle des Fred Engel alle Schnellsprechrekorde zu brechen, auch auf sein Pferd kann er nicht vernünftig aufsteigen, sondern muss immer auf dieses springen. Ein Hektiker der wirklich Alles gibt um sich in den Vordergrund zu spielen. Karin Dor hält sich dezent zurück und frönt wie man es von ihr kennt einer sympathischen schauspielerischen Darstellung, welche von Natürlichkeit und Charisma begleitet wird. Karin Dor steigerte dieses als Mabel Kingsley in "Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten" gerade in optischer Hinsicht noch weiter ins Positive.

      Die böse Seite des Silbersees wird von vielen Vollidioten dominiert, die einfach nur unfreiwillig komisch wirken. Einzige Ausnahme natürlich Herbert Lom als Colonel Brinkley. Zu gern nimmt der Gehörgang seine einzigartige Stimme auf und auch die Gesamtleistung verdient es geschätzt zu werden. Herbert Lom ist als Colonel einfach großartig.

      Musik:
      Martin Böttchers Musik steht außer Frage. Melodien die sich auch durch folgende Karl May Western zogen und für Begeisterung und einen hohen Wiedererkennungswert sorgten. Apropos Wiedererkennungswert, es gibt wohl kaum einen Film (außerhalb der Karl May Filme) in dem die Musik so angelegt wurde, das der Auftritt der Guten und der Bösen jederzeit unverkennbar angekündigt wurde.

      Fazit:
      Ein unterhaltsamer und aufwendig gefilmter Karl May Western, in dem Kameraführung und die Landschaften für ein wirklich schönes und gemütliches Ambiente mit garantiert hohem Wohlfühlfaktor sorgen und der zu recht einen festen Platz in der deutschen Filmgeschichte hat.

      Abschließend den Fernsehakrobaten und ZDF Anarchisten zum Trotz: Karin Dor spielte Ellen Patterson und nicht Elke Sommer.


      8/10

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von sid.vicious ()

    • Soll ich mich wieder mal rantrauen? Es steht zu befürchten das ich ihn nicht mehr so lieben könnte wir früher. Damals waren diese Filme für mich das Non Plus Ultra was Abenteuer anging. Also zunächst meine alten [film]9[/film]
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Kann ich verstehen. Ungesehen hätte ich 10 Punkte gegeben, aber nachdem ich den Film gestern nach vielen Jahren wieder sah (brillante BluRay Qualität, hat sich wirklich gelohnt für 9,99 Euro), halte ich 8 Punkte für berechtigt.
    • Original von tom bomb:

      Soll ich mich wieder mal rantrauen? Es steht zu befürchten das ich ihn nicht mehr so lieben könnte wir früher. Damals waren diese Filme für mich das Non Plus Ultra was Abenteuer anging. Also zunächst meine alten [film]9[/film]


      Seh ich genauso...den Film irgendwann als Knirps im Fernsehen gesehen und war total begeistert. Ob das heute immer noch so ist? Schöne Erinnerungen sollten so bleiben und da das Genre nicht gerade mehr mein Favorit ist, belasse ich es lieber dabei.
    • Original von FUN:

      Original von tom bomb:

      Soll ich mich wieder mal rantrauen? Es steht zu befürchten das ich ihn nicht mehr so lieben könnte wir früher. Damals waren diese Filme für mich das Non Plus Ultra was Abenteuer anging. Also zunächst meine alten [film]9[/film]


      Seh ich genauso...den Film irgendwann als Knirps im Fernsehen gesehen und war total begeistert. Ob das heute immer noch so ist? Schöne Erinnerungen sollten so bleiben und da das Genre nicht gerade mehr mein Favorit ist, belasse ich es lieber dabei.


      Also ich finde den auch Erwachsener immer noch klasse. :0:
      Habe "nur" die DVD. Aber die hat auch schon ne Top Quali ! :6:
    • Ich glaube ich lasse es auch erstmal bei meiner Erinnerung. Mir geht es auch nieeeeeeeeee um die Quali, ob Blue Ray oder DVD, das gibt bei mir nicht einen Punkt mehr oder weniger, einzig allein der Inhalt entscheidet.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Original von tom bomb:

      Ich glaube ich lasse es auch erstmal bei meiner Erinnerung. Mir geht es auch nieeeeeeeeee um die Quali, ob Blue Ray oder DVD, das gibt bei mir nicht einen Punkt mehr oder weniger, einzig allein der Inhalt entscheidet.


      Ich glaube um die Quali, ob BlueRay oder DVD, geht es beim bewerten eines Films bei keinem ! :3:

      Ausser man bewertet rein die Bild-Quali ! :0:
    • Geht mir auch so, als Junge hat die wohl fast jeder gesehen, zumindest einen oder zwei. Darsteller sind herausragend, der Humor ist hoch und die Kulissen sehr stimmig. Sollte man wenigstens einmal gesehen haben.