Der Hexenjäger

    • Der Hexenjäger





      Der Hexenjäger
      (Witchfinder General)
      mit Vincent Price, Ian Ogilvy, Rupert Davies, Hilary Heath, Robert Russell, Nicky Henson, Tony Selby, Bernard Kay, Godfrey James, Michael Beint, John Trenaman, Bill Maxwell, Paul Ferris, Maggie Kimberly, Peter Haigh
      Regie : Michael Reeves
      Drehbuch : Tom Baker, Michael Reeves / Ronald Bassett (Roman)
      Kamera : John Coquillon
      Musik : Paul Ferris / Kendall Schmidt (US-Version)
      Freigabe: FSK 18
      Land / Erscheinungsjahr:Großbritannien / 1968
      Produktion: Tony Tenser, Louis M. Heyward, Arnold L. Miller, Philip Waddilove
      Schnitt: Howard Lanning
      Spezialeffekte: Roger Dicken



      Trailer:





      1645: Nach drei Jahren Bürgerkrieg versinkt Großbritannien in Chaos und Anarchie. Auf dem Land breitet sich mittelalterlicher Aberglaube aus. Der skrupellose Matthew Hopkins nutzt dies aus und verdingt sich als Hexenjäger. Auf diese Weise füllt er sich die Taschen und befriedigt brutal seine sexuellen und sadistischen Gelüste. Als er und sein Adlatus Stearne jedoch einen Pastor töten, dessen Tochter als Hexe anklagen und schänden, beginnt deren Verlobter, ein Feldherr Cromwells, eine gnadenlose Jagd.

      Filme, die sich mit der Thematik der Hexenjagd ( Inquisition) beschäftigen, gibt es sicherlich so einige, aber wohl kein zweiter hat dieses Thema so geprägt, wie dieses Werk von 1968, bei dem Michael Reeves Regie führte. Einer der Hauptgründe dafür ist ganz sicher die realistische und authentische Umsetzung des Stoffes. Allein die hervorragenden Kostüme und die sorgsam ausgewählten und hergerichteten Schauplätze sorgen dafür, das beim Zuschauer wirklich das Gefühl aufkommt, sich in der Zeit des 17. Jahrhunderts zu befinden.

      Weiterhin schafft es der Film, den Betrachter in seinen Bann zu ziehen und zu fesseln, manchmal wirkt er sogar etwas verstörend, vor allem, wenn man sieht, mit welcher Willkür die Menschen damals hingerichtet wurden. Diese Szenerie wurde hier so fantastisch umgesetzt, das einem teilweise die Luft wegbleibt und man doch ein gewisses Gefühl der Beklemmung verspürt. Man versucht sich in die Rolle der Opfer hineinzuversetzen, die ohne jede Schuld der Hexerei bezichtigt werden und keine Chance haben, ihre Unschuld zu beweisen. Sie müssen sich der Willkür des Hexenjägers hingeben, der seine Macht auch ohne Gewissensbisse schamlos ausnutzt und sich dafür sogar noch bezahlen lässt.

      Und für diese gewichtige Rolle hätte man keinen besseren Darsteller verpflichten können als Vincent Price, der diesen Charakter absolut glaubwürdig und brillant darstellt. Eigentlich war Donald Pleasence für die Rolle vorgesehen, ob er jedoch diesen Part ebenso genial gespielt hätte, wage ich zu bezweifeln.

      Price läuft in diesem Film zu absoluter Höchstform auf, es ist zwar sehr ungewohnt, ihn hier mit lediglich einem Gesichtsausdruck zu sehen, wo er ja im Normalfall gerade durch seine vielseitige Mimik immer zu überzeugen wusste. Aber gerade dieser stoische und starre Gesichtsausdruck, den er hier zeigt, ist ein Grund dafür, das er diesen kalten und scheinbar gefühlslosen Charakter des Hexenjägers so realistisch darstellt. Wenn man ihm in die Augen schaut, bekommt man manchmal das Gefühl, auf einen Eisberg zu schauen und man bekommt unwillkürlich eine Gänsehaut. Der Blick wirkt schon fast hypnotisierend und vor allem extrem angsteinflössend. Allein dafür lohnt es sich schon, sich diesen Film anzusehen, nur um die Gefühle zu spüren, die durch diese Augen ausgelöst werden.

      Ganz nebenbei war ich auch ziemlich überrascht, das dieses Werk auch einige härtere Folterszenen beinhaltet, was für Filme aus den 60 er Jahren schon etwas aussegewöhnlich ist. Es ist zwar nicht übermäßig hart, aber das hätte auch irgendwie nicht richtig gepasst. So aber bekommt man es hier mit einem echten Klassiker zu tun, der sehr realistisch wirkt und dem Zuschauer einen authentischen Einblick in eines der dunkelsten Zeitkapitel der Menschheit beschert.

      Ein Film, der Maßstäbe setzt und auch viele weitere Filme dieser Art stark und nachhaltig beeinflusst hat und den man auf jeden Fall gesehen haben sollte.


      Die DVD:

      Vertrieb: Ascot Elite
      Sprache / Ton: Deutsch / Englisch DD 2.0 Mono
      Bild: 1.85:1
      Laufzeit: 81 Minuten
      Extras: Michael Reeves und seine Werke, Fotogalerie, Biografien, Englischer Originaltrailer

      Mediabook (DVD + Blu-Ray): 11.12.2015
      Big Brother is watching you
    • Richtig guter Film, allerdings der Schere zum Opfer gefallen. (keine Ahnung warum der Anbieter diese mit Ungeküzt bewirbt) Ich kann im Moment nicht einmal sagen ob es überhaupt eine Uncut-Version in deutscher Spache gibt.

      [film]9[/film]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von sid.vicious ()

    • Von einem Label namens: Kulturfabrik Filmverlag, uncut veröffentlich worden.
    • Original von sid.vicious
      Von einem Label namens: Kulturfabrik Filmverlag, uncut veröffentlich worden.


      Darüber find ich nichts, das Label ist mir nicht bekannt, wenn dann wohl Bootleg.

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Original von Dr.Doom
      Original von sid.vicious
      Von einem Label namens: Kulturfabrik Filmverlag, uncut veröffentlich worden.


      Darüber find ich nichts, das Label ist mir nicht bekannt, wenn dann wohl Bootleg.


      Ist ein Bootleg und ist nicht einmal bei der OFDb gelistet.
    • Kurz und knapp

      Michael Reeves Meisterwerk zeichnet sich durch eine sehr gute Auswahl der Locations und exzellente Schauspieler aus. Die Rolle des Mathew Hopkins ist Vincent Price förmlich auf den Leib geschrieben. Vincent Price lebt diese Rolle und verkörpert den gefühlskalten und abgrundtief bösen Hexenjäger in Perfektion. Allein seine Präsens ist ausreichend um Gänsehaut zu bekommen.

      Neben „Hexen geschändet und zu Tode gequält“ und „Hexen bis aus Blut gequält“ zählt Michael Reeves Film zu den führenden Filmen über die Inquisition. Was Reeves Film besonders interessant macht ist, dass dieser für ein mulmiges Gefühl innerhalb der Magengegend sorgt. Man ist auf eine Art angewidert, auf der anderen wiederum fasziniert und von dem Menschenverachtenden Treiben auf dem Bildschirm. Der Film weist in keiner Sekunde Leerlauf oder Langeweile auf. Die Story wird bis zum Finale geschickt abgespult, so dass es für den Zuschauer eine wahre Freude ist.

      Neben seiner zur Schaustellung des Bösen, gelingt es Reeves durchaus das Thema der Inquisition anzuprangern und zu verurteilen. Reeves setzt hierbei klar auf Gefühlkälte und krankhaften Wahn. Hierbei sind nicht einmal Hopkins und sein Gehilfe ausschlaggebend, sondern vielmehr die Schaulustigen, die Verbrennungen und Foltern akzeptieren und deren Anblick genießen.

      Der Hexenjäger ist ohne Zweifel einer wichtigsten Filme der 60er Jahre und gehört in jede gut sortierte Filmsammlung.

      [film]9[/film]
    • Fehlt noch in meiner Filmsammlung und immer grösser werdenen S(exploitation)-ecke.. lolp
    • Bisher habe ich die Uncut DVD erst einmal auf einer Börse in D-dorf gesehen (und gekauft).
    • Original von sid.vicious
      Bisher habe ich die Uncut DVD erst einmal auf einer Börse in D-dorf gesehen (und gekauft).


      Das Bootleg? Xjuggler wird mir sicher weiterhelfen lolp
    • Der hervorragende Film kommt nun auch in D von 84, allerdings nur auf DVD (in UK gäbe es schon ne Blu Ray mit erstklassiker Bildquali)

      Der Hexenjäger (Witchfinder General, Regie: Michael Reeves, 1968 - GB)

      Einer der wegweisensten und besten Filme über die Zeit der Hexenverfolgung, komplett ungeschnitten und remastered!

      England, 1645: Am Rande des Bürgerkriegs zieht der Hexenjäger Matthew Hopkins im Namen der Inquisition mit seinem Folterknecht Stearne durch die Lande und foltert und tötet vermeintliche Hexen und Ketzer. Sein Weg zeichnet eine Spur aus Folter, Verbrennung, Intrige und Machtgier.
      Vincent Price als gewissenloser Hexenjäger in seiner erschreckendsten Rolle, hart und kompromisslos als wären die angeklagten Teufel nur wilde Tiere!

      DER HEXENJÄGER gilt als Begründer des historischen Horrorfilms und löste bei seinem Erscheinen 1968 wegen seines kompromisslosen Realismus einen Skandal und hitzige Debatten aus. Er zählt zu den einflussreichsten Horrorfilmen und zog zahlreiche ähnlich gelagerte Filme nach sich. Die junge britische Regiehoffnung Michael Reeves beging kurz nach Ende der Dreharbeiten Selbstmord, er wurde 26 Jahre alt.

      Extras:
      • Audiokommentar mit Benjamin Halligan und Michael Armstrong
      • Original-Trailer
      • Featurette: Die Filme des Michael Reeves
      • Kurzfilm: Intrusion (ca. 10 Min.)
      • alternative Credits
      • alternative Szenen
      • Slideshow
      • Trailershow

      Laufzeit: ca. 83 Minuten (ungeschnittene Kinofassung)
      Bildformat: 1.85:1 (16:9 anamorph)
      Tonformat: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, Audiokommentar DD 2.0

      Große Hartboxen:
      Cover A limitiert auf 150 Stück
      Art.-Nr.: 8646A
      Cover B limitiert auf 111 Stück
      Art.-Nr.: 8646B
      Cover C limitiert auf 99 Stück
      Art.-Nr.: 8646C
      Cover D limitiert auf 84 Stück
      Art.-Nr.: 8646D

      DVD: '84

      Die Auslieferung an Händler erfolgt ab dem 15.10.2013.
    • Schön das der Film erscheint.Bleibt aber liegen da ich 84 in keinster Weise unterstütze.
    • Hätte ich nicht die franz. DVD würde ich wohl sofort die UK Blu kaufen...
    • Ich liebe ja solch Filme sehr, da der Film aber von 84 erscheint, werde ich mir den nicht kaufen. Das Label unterstütze ich nicht.
    • ab 11.12.2015 als Mediabook


      Kritik:

      Die germanische Griesgram-Brut mit ihrer Hexenverfolgung gegen das anders Sein, noch brutaler als später Hitler, so waren die Geschehnisse hierzulande und das sicher keine Einzelfälle. Der Hexenjäger ist die erste Verfilmung des Stoffs und kann trotz der 60er Jahre schon erstaunlich viel Härte (vor allem Qualen) und Brüste aufzeigen, wenn gleich die Speerspitze des Genre mittlerweile an den Hexen bis aufs Blut gequält geht, der noch etwas grausamer wirkt. Hierbei ist sicher nichts geschönt, bis auf die etwas aufgesetzte Liebesgeschichte, die aber nicht derart schnulzig rüber kommt wie Langezeit bei den Hammerproduktionen. Bei knapp bemessener Spielzeit kommt jedenfalls keine Langeweile, sondern eine Faszination für das Thema auf.

      [film]8[/film]



      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Hut ab. Harter Tobak. Und das aus dem Jahr 1968 plus Vincent Price in Höchstform. Hier spielt er ein richtiges "gottesfürchtiges" Scheusal. Der Hexenjäger (im Original einmal The Conqueror Worm oder Witchfinder General) kann man auch als Historienfilm betrachten, da die Handlung sehr glaubwürdig umgesetzt wurde.
    • Auch hier kommt ein Remake, und wer dahinter steckt lässt zumindest positiv aufhorchen, nämlich Nicolas Winding Refn (Drive oder Only God Forgives) als Produzent, und John Hillcoat (The Road oder Lawless) als Regisseur!
      Mehr demnächst.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • Hat mich natürlich sehr gefreut, als ich lesen konnte, dass Nicolas Winding Refn der Regisseur sein wird.
    • sid.vicious schrieb:

      Hat mich natürlich sehr gefreut, als ich lesen konnte, dass Nicolas Winding Refn der Regisseur sein wird.
      ...er wird ausführender Produzent, John Hillcoat der mit "The Road" für mich einen der besten Filme überhaupt erschaffen hat wird Regie führen.
      Die beiden in Kombi klingen sehr, sehr gut.

      Tipp! Ab dem 14. Juni 2019 kommt Nicolas Winding Refns erste Serie "Too Old to Die Young" (hier vorgestellt) auf Amazon heraus, diese soll sich an seine "Pusher" Reihe orientieren, ich bin verdammt gespannt.
      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von tom bomb ()