Das zehnte Opfer

    • Das zehnte Opfer



      Alternativer Titel: Decima vittima, La
      Produktionsland: Italien, Frankreich
      Produktion: Carlo Ponti
      Erscheinungsjahr: 1965
      Regie: Elio Petri
      Drehbuch: Robert Sheckley, Elio Petri
      Kamera: Gianni Di Venanzo
      Schnitt: Ruggero Mastroianni
      Spezialeffekte: Giuseppe Banchelli
      Budget: -
      Musik: Piero Piccioni
      Länge: ca. 92 Minuten (BD)
      Freigabe: FSK 16
      Darsteller: Marcello Mastroianni, Ursula Andress, Elsa Martinelli, Salvo Randone, Massimo Serato, Milo Quesada, Luce Bonifassy, George Wang, Evi Rigano, Walter Williams, Richard Armstrong, Antonio Ciani

      Die deutsche DVD/BD erscheint am 30.03.2012 von Bildstörung.

      Inhalt:
      Brot und Spiele im 21. Jahrhundert: Ein internationales, staatlich sanktioniertes Medien-Großevent namens „Die Große Jagd“ dient der Weltbevölkerung inzwischen als Aggressionsventil. Wer es schafft, bei diesem Spiel zehn Duelle zu überleben – jeweils fünf als Opfer und fünf als Jäger – dem winkt am Ende das große Geld. Als Caroline (Ursula Andress – DR. NO) und Marcello (Marcello Mastroianni – 8 ½), die beiden Topkiller der Saison, schließlich gegeneinander antreten müssen, bekommen sie es plötzlich mit einem Gegner zu tun, den keiner von beiden bisher eingeplant hatte: der Liebe. Doch die Jagd ist eröffnet und die Welt wartet bereits gespannt auf das 10. Opfer…

      Trailer:



      Meinung:

      Das zehnte Opfer, ein Agentenfilm aus den 60ern, der eins nicht macht, er nimmt sich nicht ernst. Wo Filme wie James Bond versuchen, die Agenten und Spione immer so tough aussehen zu lassen, versucht das zehnte Opfer eine ganz andere Herangehensweise. Aber kann der Film genau dadurch auch gefallen, oder ergibt sich hierbei kein stimmiges Gesamtbild?

      Die Spiele sind eröffnet. In Italien gibt es die große Jagd. Man wird von einem Computer ausgewählt, ob man der Jäger oder das Opfer ist. Sollte man 10 mal hintereinander gewinnen warten 1 Million $ auf einen. Haken an der Sachen: Nur der Jäger weiß, wer sein Opfer ist. Das Opfer wiederum darf sich wehren, sollte es aber den Falschen in Verdacht haben und diesen töten, so warten 30 Jahre Knast auf ihn. Caroline Meredith steht vor ihrer letzten Jagd. Sie ist diesmal der Jäger, aber ihr Opfer zu töten stellt sich als schwerer dar, als sie es sich gedacht hat.

      Die Story von das zehnte Opfer kommt recht originell daher, besonders zu Beginn kann es sofort fesseln. Man bekommt zu nächst die Regeln erklärt und danach geht es sofort mit der ersten Jagd los. Dadurch gelingt es dem Film ein sehr hohe Tempo zu schaffen. Leider hält die anfängliche Freude nur kurz, da der Film leider einige Schwächen hat und sein volles Potential zu keinem Zeitpunkt voll ausreizen kann. Allerdings muss man auch betonen, dass der Film sich durch seine sehr humoristische Herangehensweise etwas von der Konkurrenz absetzen kann. Auch die Schauspieler fallen positiv auf. Besonders natürlich Ursula Andres, welche als Caroline Meredith eine hervorragende und vor allem eine sehr überzeugende Leistung abliefert. Der Rest der Cast ist zwar nicht ganz so gut wie Andres, weiß aber trotzdem zu überzeugen, wenn gleich die Schauspieler nie wirklich grandios, sondern eher sehr gut agieren.

      Beim Soundtrack sollte man sich nicht zu viel erwarten. Leider kommt er sehr blass daher, unterstreicht zwar das Gezeigte sehr gut, aber kann sich nicht wirklich einprägen. Das Ganze setzt sich aus sehr jazzigen und popigen Klängen der 60er zusammen. Wem diese Musikrichtung gefällt, für den dürfte der Score sicherlich besser sein, als für die Meisten. Hier hätte man sich einen etwas ausgefeilteren Score gewünscht. Man kann jedoch sagen, dass der Score kein Komplettausfall ist. Bei der Kamera hat man sich schon mehr Mühe gemacht. Die gezeigten Bilder wirken sehr plastisch und können für sich gesehen überzeugen. Im Gesamtbild wirken sie stimmig aber nicht besonders außergewöhnlich. Viel zu lachen gibt es leider auch nicht, außer zu Beginn wo man sich doch über die Willkürlichkeit der Justiz lustig macht. Leider wird diese Idee nicht konsequent verfolgt, wodurch der Film viel an Charme verliert.

      Die BD von Bildstörung bietet den Film ungeschnitten und mit deutscher und italienischer Tonspur, inklusiver deutscher Untertitel. Das Bild an sich wirkt gut, kann aber nicht mit heutigen HD-Produktionen mithalten. Man sollte also nicht mit zu hohen Erwartungen an die BD herangehen, dann wird man nicht enttäuscht. Die Verpackung ist, wie immer, sehr gut ausgefallen. Beim Bonusmaterial bekommt man eine 90 minütige Dokumentation geboten, die einen hervorragenden Einblick gewährt. Zudem liegt ein sehr informatives Booklet bei. Zudem gibt es die Möglichkeit die limited Edition, samt Soundtrack CD zu kaufen. Dies ist wohl nur eine Überlegung für Fans der 60er wert.

      Fazit: Ein netter Agentenfilm, der eine grandiose Ursula Andres zu bieten hat, einen soliden, wenn auch nicht überragenden Score aufweist und dessen Story frisch daher kommt. Für Fans der 60er Jahre und Freunde des Agentenfilms definitiv ein Blick wert, zumal die Verpackung mal wieder ausgezeichnet geworden ist.
    • Der kommt doch erst am 30. raus. Wie hast du den Film schon sehen können, Logge?
    • Original von sid.vicious:

      Der kommt doch erst am 30. raus. Wie hast du den Film schon sehen können, Logge?


      Weil Bildstörung die Presseexemplare zwei Wochen vorher verschickt :5:
    • Aha, mit denen biste auch im Geschäft.

      :6:
    • Original von sid.vicious:

      Aha, mit denen biste auch im Geschäft.

      :6:


      Japp man tut halt was man kann. Auch wenn der Film jetzt für mich persönlich nichts war, aber mag auch James Bond nicht^^.
    • Irgendwie kam mir beim Cover Godard in denn Sinn....warscheinlich wegem dem pinken Schriftzug lol
      What fools these Mortals be!
    • Original von DeathShark:

      Irgendwie kam mir beim Cover Godard in denn Sinn....warscheinlich wegem dem pinken Schriftzug lol


      Der Sinn liegt garnicht mal so so daneben. :3:
    • Original von Logge1002:

      Original von sid.vicious:

      Aha, mit denen biste auch im Geschäft.

      :6:


      Japp man tut halt was man kann. Auch wenn der Film jetzt für mich persönlich nichts war, aber mag auch James Bond nicht^^.


      Mich interessiert der Film total. Es gibt ja sehr viel Schrott im Breich Eurospy, aber der scheint zu den Besseren zu gehören. Möchte ich auch gern haben.
    • Meinst du den Sinn des Filmes oder den Sinn dieser absichtlich ähnlichen Art der Covergestaltung?
      What fools these Mortals be!
    • Original von DeathShark:

      Meinst du den Sinn des Filmes oder den Sinn dieser absichtlich ähnlichen Art der Covergestaltung?


      Die Covergestaltung natürlich.
    • Original von sid.vicious:

      Original von Logge1002:

      Original von sid.vicious:

      Aha, mit denen biste auch im Geschäft.

      :6:


      Japp man tut halt was man kann. Auch wenn der Film jetzt für mich persönlich nichts war, aber mag auch James Bond nicht^^.


      Mich interessiert der Film total. Es gibt ja sehr viel Schrott im Breich Eurospy, aber der scheint zu den Besseren zu gehören. Möchte ich auch gern haben.


      Kommt ja am nächsten Freitag raus ;) Bin sehr auf deine Meinung gespannt, denke dir wird der dann deutlich mehr zusagen.
    • Der interessiert mich auch nicht.

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Original von Dr.Doom:

      Der interessiert mich auch nicht.


      Wie kommt es eigentlich, dass ich das geahnt habe :5:
    • Original von sid.vicious:

      Original von Dr.Doom:

      Der interessiert mich auch nicht.


      Wie kommt es eigentlich, dass ich das geahnt habe :5:


      Wegen dem Filmalter? Das Cover spricht mich schon nicht an.

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)
    • Original von Dr.Doom:

      Original von sid.vicious:

      Original von Dr.Doom:

      Der interessiert mich auch nicht.


      Wie kommt es eigentlich, dass ich das geahnt habe :5:


      Wegen dem Filmalter? Das Cover spricht mich schon nicht an.


      Weil Eurospy nicht deine Welt ist, das Alter des Films spielt da eine untergeordnete Rolle.
    • Habe ich mir mal von Bildstörung besorgt. Bin mal gespannt ob ich damit was anfangen kann lolp
    • Original von Wassilis:

      Habe ich mir mal von Bildstörung besorgt. Bin mal gespannt ob ich damit was anfangen kann lolp


      Da bin ich aber auch gespannt :3: Freu mich auf deine Meinung.
    • Die Thematik, das die Tötung anderer Menschen als legales Unterhaltungsmittel für die Bevölkerung dient ist nicht unbedingt neu und wurde in Filmen wie "Das Millionenspiel", "Kopfjagd - Preis der Angst" oder auch "Running Man" des Öfteren eindrucksvoll in Szene gesetzt. Doch schon vor den genannten Titeln gab es vorliegende Produktion, die auf dem Roman "Das siebte Opfer" von Robert Sheckley basiert und das Thema wohl so brillant wie kein weiterer Film bearbeitet. Nun endlich gibt es dieses Juwel der 60er Jahre auch bei uns auf DVD und wer jetzt die Lust auf eine äußerst bemerkenswerte Mischung aus SCI/FI-und Actionfilm verspürt, sollte sich diesen Film keinesfalls entgehen lassen. Während die Thematik in den anderen von mir genannten Filmen eher sehr ernst dargestellt wird, hat Regisseur Elio Petri seiner Version einen hohen komödiantischen Anteil verliehen, so das man die Ereignisse schon fast zwangsläufig mit einem Augenzwinkern hinnimmt. Dabei ist es insbesondere der unverhohlene Sarkasmus und die teilweise schon auf sehr skurrile Art dargestellte Gesellschaftskritik, die dem Szenario seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt und die Geschichte auf ihre Art absolut einmalig erscheinen lässt.

      So wird dem Zuschauer in unzähligen Einstellungen die hier vorherrschende Selbstverständlichkeit des Tötens vor Augen geführt, kann man doch beispielsweise Gespräche der Hauptdarsteller beobachten, wobei sich im Hintergrund Menschen gegenseitig umbringen, als wenn dies das Selbstverständlichste auf der Welt wäre. Offizielle Ordnungshüter kontrollieren dann lediglich die Richtigkeit der Morde, was dem Ganzen schon eine äußerst abstruse Note verleiht. Alles geschieht im Rahmen des Gesetzes und wer aus Versehen eine falsche Person tötet, wandert automatisch ins Zuchthaus. Die gesamten Ereignisse wirken dabei so extrem grotesk, das man ganz automatisch in einen innerlichen Zwiespalt gerät. Einerseits ist man richtiggehend von der Vorstellung geschockt, das an dieser Stelle eventuell eine makabere Zukunftsversion dargestellt wird, andererseits möchte man am liebsten laut los lachen, denn die Absurdität des Geschehens ist so immens, das man schwerlich an sich halten kann. Noch mehr hervorgehoben wird dieses Gefühl durch immer wieder eingeführte Kontraste, deren Verhältnismäßigkeit zueinander in einer absoluten Schieflage steht. Das beste Beispiel dafür ist eine Szene, in der gerade ein Jäger sein Opfer getötet hat und dafür sogar beglückwünscht wird, um im nächsten Moment von einem Polizisten darüber informiert wird das er eine Strafe zahlen muss, da er sein Auto falsch geparkt hat.

      Diese Einstellung allein zeigt ganz eindeutig welch bitterer Sarkasmus den Ereignissen beiwohnt und mit solchen Momenten ist "Das 10. Opfer" von Anfang bis zum Ende nahezu gespickt. Neben dieser herausragenden Stärke dieses außergewöhnlichen Werkes sind es die brillant agierenden Darsteller, die der Geschichte ihren Stempel aufdrücken. Vor allem Marcello Mastroianni und Ursula Andress warten mit einer Performance auf, die man als absolut hervorstechend bezeichnen kann. Doch auch bis in die kleinsten Nebenrollen ist der Film absolut perfekt besetzt, jeder einzelne Akteur verleiht der Geschichte eine skurril anmutende Autenzithät und lässt sämtliche Abläufe jederzeit glaubwürdig erscheinen. Hierbei ist es gerade die Selbstverständlichkeit der Geschehnisse, die zu diesem Eindruck beiträgt, denn obwohl man sich als Betrachter aufgrund des grotesken Humors immer wieder mit der Hand vor den Kopf schlagen will, zweifelt man zu keiner Zeit daran, das der Story eine nötige Ernsthaftigkeit fehlen würde. Dieser innerliche Zwiespalt ist es dann auch, der dem Szenario etwas Grausames verleiht und man hofft inständig, das so eine Zukunft niemals zur Realität wird.

      Obwohl eigentlich schon genügend positive Gründe für eine Sichtung dieses Filmes vorliegen, sollten man ganz besonders auf die futuristische Ausstattung achten. In extrem kräftigen Farb-Kompositionen wurde der Geschichte ein stylisch imponierender Look verpasst. Dabei ist es vollkommen egal, ob es sich um die auf Zukunft getrimmten Schauplätze oder auf die Kleidung bezieht, bis in das kleinste Detail wurde hier liebevolle Arbeit geleistet, um dem Zuschauer ein futuristisches Ambiente zu bieten, dessen teils grelle Farben teilweise schon in den Augen schmerzen. Ein dem Geschehen angemessener Score rundet das perfekte Gesamtbild ab, so das man letztendlich nur zu einem überragenden Ergebnis kommen kann. "Das 10. Opfer" ist in meinen Augen ein absolutes Meisterwerk, das visuell und inhaltlich ein Filmerlebnis bietet, das man als wirklich brillant bezeichnen kann. Dank Bildstörung gibt es dieses herausragende Werk nun endlich auch bei uns auf DVD und ich kann eine Anschaffung nur unbedingt empfehlen.


      Fazit:


      Abstrus, grotesk-und vollgepackt mit unverhohlenem Sarkasmus bietet "Das 10. Opfer" eine skurrile Gesellschaftskritik der ganz besonderen Art. Diese Mixtur aus SCI/FI, Komödie-und Actionfilm bietet unglaublich sehenswerte Unterhaltung, die auch einen sehr nachhaltigen Eindruck im Gedächtnis des Zuschauers hinterlässt. Möchte man sich phasenweise ausschütten vor lachen, so stimmt das Szenario andererseits mehr als nachdenklich und beinhaltet auch einen bitteren Beigeschmack. Einmal mehr hat das Label Bildstörung sein Gespür für außergewöhnliche Film-Perlen unter Beweis gestellt und einem echten Kultfilm eine würdige Veröffentlichung spendiert.


      [film]9[/film]
      Big Brother is watching you
    • Ich liebe diese Verfilmung von Robert Sheckley's Geschichte. Der Humor ist italo-typisch und Frau Andress sieht mal wieder bezaubernd aus. Die Titelmusik ist gewöhnungsbedürftig, aber nett anzuhören.

      Die Sheckley-Geschichte wurde Jahre später unter dem Titel Das Millionspiel (mit Dieter Thomas Heck) neu verfilmt.
    • Die Handlung nimmt hinten raus einen chaotischen Verlauf und punktet somit mit einige Wendungen und ein freies Lebensgefühl zwischen Tod und Romanze der Flowerpowerzeit. Von Setting, Outfit bis freies Handlungsgefühl her überzeugend und auch die Ehe wird nicht als ewiger Zwang sondern als Spontanität dargestellt oder verhöhnt. Das so früh schon die Mediensensationslust angeprangert wurde ist erstaunt, hier spielt die Thematik Überbevölkerung eine Rolle, wodurch solche Mörderspiele erschaffen wurden, die sich seltsamerweise mitten in der Zivilisation abspielen. Der Film dient somit als Vorlage für alle Filme mit gesellschaftskritischer Sensationsgier wie Das Millionenspiel bis Battle Royale oder auch Truman Show. Viel Action gibt es nicht, die Meuchelszenen mit den Pistolen sind schon das optisch Härteste. Die Liebesgeschichte streckt sich im Mittelteil ein wenig, dafür entschädigt das tolle Finale.

      Besser als ich erst annahm, endlich mal wieder seit langem ein interessanter und verständlicher Film der auch gut zu einem Label wie Bildstörung passt.

      [film]7[/film]

      Filmbewertung: 1-3 Schrott 4-5 belanglos 6-7 schauen möglich 8-10 sehenswert
      Electro in the Dark (Spotify Playliste)