Audition

    • Geht mir ähnlich wie Dr.Doom, ich finde den auch ziemlich lahm, habe ihn gerade das erste Mal gesehen. Ich nahm ihn mit, weil es aktuell nun eine ziemlich schön gemachte Blu-Ray davon gibt! Gut ja, das Finale ist durchaus sehenswert, besonders die Sache mit dem Fuß, aber sonst passiert ja so gut wie gar nichts!? Und das einzige, was mir der Film versucht hat irgendwie zu vermitteln, ist also wohl: "Männer sind Schweine" oder wie!?

      Na dann bitte sehr, wenn das alles an weiblicher Rachequalität ist!? lolp

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    • Originaltitel: Ôdishon
      Produktionsland: Japan
      Produktion: Satoshi Fukushima, Akemi Suyama
      Erscheinungsjahr: 1999
      Regie: Takashi Miike
      Drehbuch: Daisuke Tengan
      Kamera: Hideo Yamamoto
      Schnitt: Yasushi Shimamura
      Spezialeffekte: Yûichi Matsui
      Musik: Kôji Endô
      Freigabe: FSK 18
      Darsteller: Ryo Ishibashi, Eihi Shiina, Miyuki Matsuda, Renji Ishibashi, Jun Kunimura, Ren Osugi




      Shigeharu Aoyama ist auf der Suche nach einer neuen Freundin. Sein Freund (ein Fernsehproduzent) macht Shigeharu den Vorschlag ein Casting für einen fiktiven Film zu veranstalten. Es bewerben sich zahlreiche junge Damen. Unter ihnen ist Asami Yamazaki, die mit ihrer Schüchternheit ein Interesse bei Shigeharu erweckt. Doch mit Asami scheint irgendetwas nicht zu stimmen…

      Takashi Miike hat mit „Audition“ einen interessanten sowie niveauvollen Film geschaffen. Ein Film der sehr melancholisch startet um später mehrere Gemütszustände und die sich daraus ergebenden Situationen anzusteuern.


      „Leben bedeutet, dass man sich Schritt für Schritt dem Tod nähert.“ (Asami Yamazaki)


      Ein Zitat, welches zum einen auf eine depressive Grundausrichtung und zum anderen auf etwas Unbekanntes und Mysteriöses hinweist. Miike spielt mit den unterschiedlichen Gemütszuständen seiner Hauptfiguren. Eine Vorgangsweise, die in Hinblick auf das was kommen mag, unterstützend wirkt. Dieses bedeutet, dass „Audition“ sich ebenfalls unterschiedlichen Genrevorgaben unterordnet. Somit führt der Weg von der Melancholie über den Komödieneinschlag, dem Drama und dem Mysterythriller, hin zum Terror- wie zum Horrorfilm. Die Spannweite die Miike bietet, ist demnach genreübergreifend ausgelegt, was letztendlich zu einem seiner positiven Aspekte führt.

      „Audition“ setzt schwerpunktmäßig auf zwei Charaktere. Shigeharu Aoyama und Asami Yamazaki. Was nach einer perfekten Beziehung aussehen könnte, wird nach und nach mit immer mehr Fragezeichen versehen. Könnte ein verletzlich erscheinendes Wesen, wie Asami Yamazaki tatsächlich für eine frappante Wendung sorgen? Wenn ja, es wäre ein hochgradiger Wandel. Diese Möglichkeit wird mit zunehmender Laufzeit verstärkt, was eine weitere Stärke des Films ist. Was sehr still beginnt, bewegt sich mit fast unhörbaren Schritten in Richtung: Katastrophe, dessen Schattierungen sich immer deutlicher zu erkennen geben. Die angehende Erkenntnis wird anhand des Charakters Shigeharu Aoyama festgemacht. Der Zuschauer wird zu seinem festen Begleiter, sieht mit seinen Augen und kann dessen Empfinden nachvollziehen.

      Die technische Seite des Films ist von einer gewissen Frugalität dominiert. Miike beschränkt sich auf das Wesentliche. Kulissen wie Kameraarbeit zeigen sich als unspektakulär. Im Prinzip kann man den Film als ein Kammerspiel in drei Akten bezeichnen. Die Einleitung, die Suche, die Erkenntnis.

      Fazit: „Audition“ ist ein weiteres Beispiel für die Klasse eines Takashi Miike. Erneut werden neue Wege eingeschlagen und erneut wird der Zuschauer konsterniert zurückgelassen.

      8/10
    • Kritik:

      80 Minuten besteht der Film nur aus Dialog, wenn gleich Inszenierung und Schauspielerei gut ist und man mit guten Willen dran bleiben kann, aber es gibt zu wenig Aktionen mit den Charakteren. Für einen Sico-Streifen brauch er ganz schön lange bis er richtig auf Torturen kommt. Zudem ist die Geschichte auch noch ziemlich vorhersehbar, dass liegt vor allem daran, dass der Filmproduzent schon früh mahnt, dass mit der Frau was nicht in Ordnung ist (woher er das auch immer erkennt).
      Das Mädel wurde also Kind von den Erziehungsberechtigten schlecht behandelt, dass kann als Grund dann später abzudrehen genügen. Bei dem Film reicht es echt aus, ab Minute 80 zu schauen, man erfährt auch noch direkt bevor es Krank wird, wie die Beweggründe der Frau sind, man verpasst also nichts interessantes zuvor.

      Eine Kopfabtrennung sieht sehr krank aus. Es wird mit dem Draht und Nadeln gearbeitet und das schlägt kräftig auf die Psyche. Was dann noch auffällt sind ein paar Zusammenschnitte die wiederum nicht in einer Zeitlinie liegen und etwas verwirrend zusammen geschustert sind, gut dass kann trotzdem durchblickt werden, ich empfand es lediglich unnötig es so zusammen zu schneiden. Das Ende hat dann immerhin eine ansprechende Alptraum-Erwachung-Sequenz drin.

      Insgesamt kein Sico-Streifen der eine Höchstnote verdient hat, da er zu lang benötigt um auf Tortur zu kommen. Als Fan von Psychoterror und kranken Folterfantasien geht's aber in Ordnung, nur besser zunächst die Vorspultaste betätigen.

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    • Das Ende ist ziemlich sick und weiß zu gefallen. Allein die Szene mit den Telefon und den Sack suggeriert den Zuschauer natürlich alles, schlussendlich muss man sich aber in die Lage des Anrufers versetzen, der einfach gar nichts von seiner Angebeteten weiß und sich in die wage verschwindend geringe Chance einer großen Liebe auf Anhieb verliert. Ich denke jeder hat sich mal Hals über Kopf in jemanden verliebt, ohne genau zu wissen wer diese Person eigentlich ist. Der Film offenbart die beiden Extreme Worst Case und Best Case, welches davon richtig ist, ist schlussendlich nicht festzustellen, hab mich dahingehend vergewissert und mehrere Interviews von Miike dazu gelesen.

      [film]8[/film]
      Das ist der Weg unsichtbar zu sein. Werde einfach ein Teil der Nacht.
      Ziehe mit dem Wind und die Schatten. Tue was du tun musst, frei vom jeden Gefühl,
      so dass keine Seele es fühlt und kein Herz es hört.