Boy Missing



    • Produktionsland: Spanien
      Produktion: Joaquín Padró und Mar Targarona
      Erscheinungsjahr: 2017
      Regie: Mar Targarona
      Drehbuch: Oriol Paulo
      Kamera: Sergi Bartroli
      Schnitt: Joan Manel Vilaseca
      Spezialeffekte: Jordi San Agustín
      Budget: ca. - 3.000.000 Mio Euro
      Musik: Marc Vaillo
      Länge: ca. 105 Minuten
      Freigabe: FSK 12

      Darsteller:

      Blanca Portillo
      Antonio Dechent
      Vicente Romero
      Marc Domènech
      Nausicaa Bonnín

      Handlung:

      Victor (Marc Domènech) ist ein 12 jahre altes Kind das auf einmal verschwindet, die Mutter Patricia (Blanca Portillo) geht vom Schlimmsten aus.
      Doch der Junge wird rasch gefunden und er kann der Polizei eine Täterbeschreibung geben, so wird dann auch ein Verdächtiger festgenommen der jedoch schnell wieder entlassen wird weil man ihm nichts nachweisen kann.
      Patricia nimmt das Recht in die eigene Hand und will Gerechtigkeit, jetzt nimmt das ganze einen völlig anderen Lauf...

      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...
    • In Deutschland ab dem 22. März 2018 auf DVD und Blu-ray zu bekommen.

      So viele Frauen und so wenig Zeit....
      Mein Herz gehört nur meiner Mama und dem...





    • Boy Missing
      (Secuestro)
      mit Blanca Portillo, Antonio Dechent, Vicente Romero, Marc Domènech, Nausicaa Bonnín, Andrés Herrera, José Coronado, Macarena Gómez, Paco Manzanedo, Sergi Subirà
      Regie: Mar Targarona
      Drehbuch: Oriol Paulo
      Kamera: Sergi Bartrolí
      Musik: Marc Vaíllo
      FSK 16
      Spanien / 2016

      Das Leben der erfolgreichen Anwältin Patricia de Lucas wird schlagartig zum Alptraum, als ihr Sohn Víctor spurlos von der Schule verschwindet. Doch einige Stunden später taucht Víctor bereits wieder auf: Ziellos umherirrend wird er auf offener Straße gefunden. Mit Hilfe seiner Mutter berichtet der taubstumme Junge, dass er von einem Unbekannten entführt wurde und ihm die Flucht gelungen ist. Schnell stellt sich allerdings heraus, dass manche Dinge nicht so sind wie sie scheinen. Patricia droht allmählich die Kontrolle zu verlieren, denn der Fall nimmt unerwartete und zunehmend gefährliche Wendungen..


      Spannungsgeladene Thriller aus Spanien haben seit jeher einen guten Ruf und seitdem der äußerst talentierte Regisseur Oriol Paulo auf der Bildfläche erschienen ist, hat sich dieser Eindruck nur noch verstärkt. Nach seinem brillanten Erstling "The Body" und dem 2016 erschienenen "Der unsichtbare Gast" folgt nun mit "Boy Missing" der dritte Streich, an dem der gebürtige Katalane beteiligt ist. Zeichnete er bei den beiden ersten Filmen noch gleichzeitig für die Regie und das Drehbuch verantwortlich, so tritt er in vorliegendem Fall zwar "nur" als Drehbuchautor in Erscheinung, aber dennoch trägt die Geschichte auch ganz eindeutig seine Handschrift. Auf dem Regiestuhl nahm Mar Targarona Platz, der somit auch gleichzeitig ein erstklassiges Regiedebüt feiern kann, denn "Boy Missing" fügt sich fast nahtlos in die Reihe spanischer Thriller ein die auch nachhaltig in Erinnerung bleiben. Die Story setzt dabei auf eine eher ruhige Erzählstruktur und beinhaltet mehrere Wendungen, zudem glänzt das Szenario im Finale mit einem überraschenden Plot Twist der das Ganze perfekt abrundet.

      Dabei beginnt das Szenario wie eine handelsübliche Entführungsgeschichte die zudem auch noch nach nur wenigen Minuten fast aufgeklärt erscheint. Dieser Schein trügt jedoch, denn danach geht der Film im Prinzip erst so richtig los und schlägt dabei eine Richtung ein, die man nicht unbedingt vorhersehen kann. Nun kann "Boy Missing" zwar nicht ganz die Intensität und Hochspannung eines "The Body" erreichen, aber dennoch wird der Zuschauer auch hier einmal mehr auf etliche falschen Fährten gesetzt, so das man die Gesamtzusammenhänge erst kurz vor dem Ende wirklich erkennen kann. Bis dahin ist es jedoch ein spannender Weg auf dem man die Protagonisten begleitet, in deren Mittelpunkt die erfolgreiche Anwältin Patricia steht, die gleichzeitig die allein erziehende Mutter des kleinen Victors ist. Blanca Portillo legt in der Rolle eine erstklassige Performance hin und vermittelt das Bild einer Mutter, die wirklich alles tun würde um das Leben ihres Sohnes zu verteidigen. Gerade dieser Wesenszug bringt sie aber auch in Schwierigkeiten, was im Laufe der Zeit und insbesondere zum Ende hin sehr gut zum Ausdruck kommen soll.

      Targarona verzichtet bei seinem Debüt fast gänzlich auf jeglichen Aktionismus und widmet sich vielmehr einer in sich verschachtelten Geschichte, die mit zunehmender Laufzeit immer mehr Wendungen an den Tag legt. Nichts ist wie es scheint und der Betrachter kann sich eigentlich nie sicher sein, wie sich die einzelnen Abläufe zueinander verhalten. Das macht richtig Spaß und lädt förmlich zum mitfiebern ein, so das in keiner Phase des Filmes auch nur der Hauch von Langeweile zu erkennen ist. Dafür sorgen auch die erstklassigen Darsteller, denn durch die Bank hat man es hier mit äußerst überzeugend agierenden Charakteren zu tun, die dieser Produktion auch ganz deutlich ihren persönlichen Stempel aufdrücken. So ergibt sich in der Summe ein rundum stimmiger Gesamteindruck und man bekommt gut 105 Minuten hervorragende Filmkost serviert, wie man sie von den Spaniern gewöhnt ist. Da fragt man sich dann auch ganz unweigerlich, warum solche Beiträge nicht auch bei uns in Deutschland produziert werden können, aber im Bezug auf den Spannungssektor bewegen wir uns bis auf seltene Ausnahmen leider in einer Art Brachland.

      Wie dem aber auch sei, Targarona hat sein Talent unter beweis gestellt und das sehr gelungene Drehbuch von Paulo äußerst gut in Szene gesetzt. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, das man von beiden Herren in der Zukunft noch des Öfteren mit so hervorragenden Beiträgen beglückt wird. Es ist nämlich immer wieder ein wahres Fest, die spannungs-und wendungsreichen Thriller aus Spanien anzusehen, die einen von der ersten bis zur letzten Minute regelrecht begeistern. Wer "The Body" und "Der unsichtbare Gast" zu schätzen wusste, der wird auch seinen Gefallen an "Boy Missing" finden, der nun dank OFDB Filmworks den Weg in den heimischen Player finden wird.


      Fazit:


      Falsche Fährten, Richtungsänderungen und ein toller Twist am Ende der Erzählung sorgen wieder einmal für grandiose Unterhaltung. Unsere iberischen Nachbarn haben es wirklich drauf und stellen einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, das Spannung und Thrill definitiv zu ihren Stärken gehören.


      [film]8[/film]
      Big Brother is watching you
    • Die Krimielemente sind in der ersten Hälfte bestimmend, es fehlt das Spektakel. Der Film wird aber gut gespielt und ist angenehm zu schauen, dabei kommen auch mal Gebäude mit Graffiti oder unterirdische Bauten vor, also es ist hier schon abseitig genug. Die Story kann durch Wendungen überzeugen, die dann zum Ende hin auch überraschen, wie man zuletzt bei spanischen Thrillern schon positiv überrascht wurde, durch eine deftige Portion finstere Ironie, dies trifft auch hier zu. Hundegore und abgeschnittene Körperglieder bringen noch etwas Härte rein. Es ist wirklich erfreulich wie sich der spanische Thriller die letzten Jahre entwickelt hat, ich konnte zuvor nichts mit anfangen, da zu langweilig und inhaltlich komisch, auch wenn oft hoch gelobt, aber mittlerweile sind die echt gut und haben Hollywood abgelöst. Etwas mehr Gas zu Beginn und man hätte noch besseres berichten können.

      [film]7[/film]